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Hauptdarstellerin Saskia Van Rijswijk in ihrer ersten und einzigen Hauptrolle. Wirklich überzeugend gibt sie die Chefin des Drogendezernates Sheila Keeler. Van Rijswijk war in den frühen 80er Jahren mehrmals Siegerin von Kampfsporttunieren, es reichte einmal sogar für die Weltmeisterschaft. Doch nicht nur in den Kampfszenen macht sie eine gute Figur, sondern sie verkörpert ihre Rolle herrlich fies. Es ist nur ein wenig verwunderlich, dass noch Niemand ihre Arbeit angezweifelt hat, da es bei den Einsätzen immer Tote gibt. Auch hat sie in ihrer Position extrem viel Handlungsspielraum. Doch diesmal legt sie sich mit dem Falschen an. Durch einen Informanten gibt es eine drastische Verwechslung. Denn nicht ein Drogendealer findet den Tod, sondern Frau und die ältere Tochter des Sprengmeisters Peter Liang (Derek Yee). Peter kann seine kleinere Tochter und sich in Sicherheit bringen, Hilfe verspricht ihm Inspektorin Woo (Sibille Ho). Doch die Ermittlungen gehen nur schleppend voran, so dass Peter das Gesetz in die eigene Hand nimmt.
Da haben wir mal einen richtig ernsten Hongkongfilm aus den frühen 90er Jahren, den man fast als kleinen Bruder zu "Death Wish" ansehen könnte. Die Story ist leider flach, allein schon das grausame Ermorden von Peters Familie mit einem Informantenfehler zu begründen. So ein Zwischenfall schlägt Wellen, doch hier passiert rein gar nichts. Peter hat die Mörder nicht gesehen, Woo´s Ermittlungen sind auf sehr schwachem Niveau angesiedelt. So kann Regisseur Stephan Yip (The Shaolin Kids in Hongkong) kleinere Hänger nicht vermeiden, doch größtenteils ist der Erzählstil flüssig.

Überlicherweise wird die Selbstjustiz nicht hinterfragt, auch hat Peter keine Gewissensbisse, doch in einigen Szenen kann doch Dramatik aufkommen. Wenn sich Peter um seine kleine Tochter kümmert, damit aber total überfordert ist, oder fast irre vor Wut wird, wenn er an den Tod seiner Frau und Tochter denkt. Die Darsteller machen ihre Sache sehr gut, doch die deutsche Synchro macht daraus ein Kasperletheater. So kommt "Finalgate" sehr klamaukig daher, was sich total mit dem Thema Rache beisst. In der Originalfassung ist der Film bierernst, dabei stört nur die Truppe von Sheila Keeler, welche auch in der Originalsynchro wirklich dämliche Witze reisst.
In der zweiten Hälfte kommt "Finalgate" dann richtig in Fahrt, so wie Peter. Seine kleine Tochter gibt er gnadenlos im Kinderheim ab, um Sheila und ihren Mannen Saures zu geben. Mit selbstgebastelten Bomben und Schusswaffe versucht er die Truppe zu dezimieren, doch wie im wirklichen Leben geht dabei als Einiges schief. Eine Bombe verfehlt ihre Wirkung, Sheila kann entkommen und schließlich ist auch noch die Polizei hinter Peter her. Nur Inspektorin Woo glaubt ihm und hat schon lange ihre Probleme mit Sheilas brutalen Methoden. So kommt es zu einigen Keilereien, Explosionen und das Finale wird von harter Action dominiert. So wie in einem Selbstjustizfilm üblich, hat Yip nicht auf Brutalitäten verzichtet, die aber in der deutschen Fassung größtenteils fehlen. Die Actionszenen sind gut choreographiert und viel bodenständiger als das sonstige Herumgehupse in Hongkongproduktionen.

Der Score ist ein wenig zu sülzig, das Erzähltempo nicht immer hoch, doch insgesamt ist "Finalgate" gelungen. Mehr Action und Spannung hätte nicht geschadet, aber die Darsteller überzeugen und für mich als Nichtfan des Hongkongkino sind glatte 6 Punkte eine gute Wertung.

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