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Dirty Dancing 2 – Havana Nights hat es von vornherein schwer, aus dem Schatten seines übergroßen Vorgängers zu treten. Als direkte Fortsetzung gemarktet, muss sich der Film zwangsläufig mit dem Original messen lassen – ein Vergleich, den er kaum für sich entscheiden kann. Als eigenständiger Tanzfilm hätte er vermutlich besser abgeschnitten, so aber bleibt vor allem das Gefühl einer verpassten Chance.

Die beiden Hauptdarsteller Diego Luna und Romola Garai bemühen sich zwar sichtbar, erreichen jedoch zu keinem Zeitpunkt die ikonische Chemie von Jennifer Grey und Patrick Swayze. Gerade diese emotionale Verbindung war das Herz des Originals und fehlt hier schmerzlich. Umso netter ist es allerdings, Patrick Swayze zumindest in einer kleinen Gastrolle als Tanzlehrer wiederzusehen – ein kurzer Moment Nostalgie in einem ansonsten neuen Ensemble.

Problematisch ist auch der Handlungsort: Kuba zur Zeit der Revolution in den 1950er-Jahren wirkt eher wie eine Kulisse als wie ein lebendiger, glaubwürdiger Hintergrund. Das politische und historische Umfeld bleibt oberflächlich und wird kaum sinnvoll in die Handlung eingebunden. Besonders störend ist zudem die Musikauswahl. Während schon beim Original nicht jedes Stück exakt in die Zeit passte, fällt dies hier deutlich negativer auf: Teilweise stammen die Songs eindeutig aus den 2000ern und wirken im historischen Kontext völlig fehl am Platz.

Unterm Strich ist Dirty Dancing 2 – Havana Nights ein nett anzusehender Tanzfilm mit einigen schwungvollen Momenten, der jedoch weder emotional noch stilistisch an sein großes Vorbild heranreicht. Für Fans des Originals eher enttäuschend, für unvoreingenommene Zuschauer allenfalls solide Mittelklasse.

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