Review

Am Langfilmdebüt von Autorin und Nebendarstellerin Elise Finnerty dürften sich sprichwörtlich die Geister scheiden. Die einen könnten ihn als atmosphärische Parabel über generationsübergreifende Schuld feiern, die anderen als furchtbar lahm erzählten Horrorfilm, der sich mehrheitlich wie ein Drama mit einem Schuss Mystery anfühlt.

Die einander entfremdeten Geschwister Nathan und Mirra treffen sich nach Jahren auf der Farm ihres soeben verstorbenen Vaters wieder, um über den Verbleib von Haus und Hof zu entscheiden. Während Nathan einen Jugendfreund trifft und damit in schlechte Gewohnheiten verfällt, freundet sich Mirra mit den Landarbeiterinnen der Farm, Alice und Scarlett an, welche die junge Frau schon bald in ihren Bann ziehen…

Man muss kein Orakel bemühen, um dem vermeintlichen Mysterium auf die Spur zu kommen. Nicht nur der relativ eindeutige Titel als auch ein kurzes Vorwort weisen überdeutlich auf ein Mitwirken von Hexen hin, während die geheimnisvollen Alice und Scarlett in etwa dem entsprechen, was man sich unter modernen Hexen vorstellen könnte.
Immerhin serviert uns der Stoff mit Nathan eine weitere Herangehensweise, denn seine Visionen vom ertrinkenden Vater steigern sich zu Alpträumen, welche an die Gefilde von Paranoia heranreichen, untermauert von exzessivem Alkoholgenuss und Drogenkonsum.

Nur leider mäandert das Treiben komplett spannungslos vor sich hin und unternimmt erst gar nicht die Anstrengung, übernatürliche Elemente zu visualisieren. Finnerty verlässt sich voll und ganz auf die zugegeben atmosphärische Kulisse der einsam gelegenen Farm mit einigen Feldern und dem angrenzenden Meer. Zwischenzeitlich entfaltet der Stoff eine nahezu meditative Wirkung, die jedoch herzlich wenig mit dem gemein hat, was man unter Schrecken, Grusel oder gar Horror versteht.

Hinzu gesellen sich teils weltfremde Dialoge, welche die furchtbare Synchro noch verstärken und auch darstellerisch sticht niemand positiv hervor. Zudem arbeitet die Kamera nicht auf einem konstanten Niveau, denn während die reinen Landschaftsaufnahmen als gelungen zu bezeichnen sind, verfällt sie in arges Gewackel, sobald auch nur der Hauch von Bewegung im Spiel ist. Immerhin arbeitet der Score zweckdienlich und unterstreicht die teils melancholische Grundstimmung.

Bei einer recht kurzen Laufzeit von 70 Minuten wird über die Hälfte mit Befindlichkeiten verdaddelt, während die zweite Phase nur das bestätigt, was ohnehin nach wenigen Szenen erahnbar ist. Bis dahin ist man jedoch kaum mit den wenigen Figuren warm geworden, noch interessieren dann noch Themen wie weibliche Solidarität, verdrängte Schuldgefühle oder mystisch angehauchte Transformation.
3,5 von 10

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