Reichlich eindimensionales in der 3. Dimension. So lässt sich Robert Rodriguez dritter und laut eigenem Bekunden endgültig letzter Ausflug in die Welt der Spykids wohl am treffendsten beschreiben. Rodriguez der nach Teil 1 und 2, die beide in Deutschland zu gewaltigen Flops wurden, wohl erkannt haben muss, das es nicht reichen würde für einen weiteren Teil einfach noch mal die selbe alte Geschichte zu erzählen, hat sich auf etwas besonnen, was man im Mainstream Hollywood Kino schon lange nicht mehr gesehen hat: einen Film der mit 3-d Technik gedreht wurde. Es dürften wohl die Versuche gewesen sein, den Slasher Legenden Freddy und Jason Mitte bis Ende der 80er Jahre neues Leben einzuflößen, als man zum letzten mal mit einer schicken Papp Brille im Kinosessel saß und sich mit mehr oder weniger starken Kopfschmerzen an den 3d Effekten erfreute.
Für "Spy Kids 3d" hat Rodriguez sich zumindest für die Story etwas einfallen lassen, das ihm einen gewissen Vorwand für die 3d Technik bietet. Immer wenn der Sprössling der Agentenfamilie Cortez sich in das Computerspiel einklinkt um seine Schwester zu retten, wird dem Zuschauer durch ein Blinkendes "Brillen auf" verdeutlicht, das es gleich wieder dreidimensional wird. Natürlich ist die Story dabei absolut nebensächlich, doch ein wenig mehr hätte man doch erwarten können, insbesondere da sich die vorherigen beiden Teile zumindest durch einen enormen Ideenreichtum seitens Rodriguez ausgezeichnet hatten. So darf man hier also nur zusehen wie der junge Topagent sich mit einigen Freunden die er im Programm findet Level für Level vorarbeitet um letztlich seine Schwester zu befreien und den Toymaker zurück in die Realität zu holen, wo dieser sich natürlich auch prompt mit Opa Cortez versöhnt und alle sich wieder lieb haben. Na ja.
Die 3-D Technik wird wirklich gut eingesetzt, sprich es gibt reichlich Szenen in denen etwas auf den Zuschauer zufliegt oder jemand "aus" der Leinwand greift, so das man wirklich den dreidimensionalen Eindruck gut vermittelt bekommt. Dafür ist der Rest dann aber auch reichlich simpel und wirkt zumeist etwas billig. Es gibt wohl keine Szene im Film die nicht mittels Green Box gedreht wurde, so das man immer (auch in den Szenen die in der "Realität" spielen) den Eindruck hat einem Videospiel beizuwohnen. Die Story entwickelt sich dabei zum Ende hin immer mehr zur Moralkeule schwingenden Achterbahnfahrt.
Einmal mehr kann man nur staunen wen Rodriguez so alles in Hollywood kennt, denn was sich hier an Stars teilweise nur für Sekunden im Bild präsentiert ist schon fast unglaublich. Neben den altbekannten Darstellern der Reihe wie Antonio Banderas, Carla Gugino, Salma Hayek und Ricardo Montalban gesellen sich noch Bill Paxton, Georg Clooney, Cheech Marin, Danny Trejo, Steve Buscemi, Elijah Wood und Alan Cumming dazu. Und natürlich Sylvester Stallone, der als Bösewicht Toymaker gleich in 5 Rollen zu bewundern ist. Eindrucksvollstes Erlebnis dabei ist sicherlich Salma Hayek in 3D. ;-)
Sicherlich ist der Film voll und ganz auf die Zielgruppe der 6 - 12 jährigen zugeschnitten, doch ein wenig mehr Story und etwas weniger eindimensionale Charaktere hätte Rodriguez dann letztlich doch einbauen können. "Mission 3-D" ist ein grell-bunter überdrehter Spaß für Kinder, der aber wohl für jeden jenseits des Alters der Zielgruppe eher nervig wirkt. So bleibt zumindest die 3D Technik, die den Film auch für Ältere interessant machen könnte, doch die bekommt man inzwischen in jedem Imax Kino in wesentlich besserer Qualität präsentiert, wenn auch eben nicht in einem Hollywood Spielfilm. 4 von 10 Punkten gibt es dann aber doch noch, und die Hoffnung das Rodriguez es wirklich mit diesem 3. Teil der Spy Kids Reihe bewenden lässt., denn das Thema ist doch deutlich ausgereizt.