Review

Jahrelang hatte sich ein niederländischer Familien-Freundeskreis im Sommer in Frankreich getroffen, um neben ein paar sonnigen Tagen in der Bourgogne auch eine eigene "Olympiade" abzuhalten, bei der die Teilnehmer einige Outdoor-Geschicklichkeitsspiele zu bestreiten hatten. Treibende Kraft hinter diesem privaten Event war ein gewisser Oli, der kürzlich verstorben ist - trotzdem oder gerade deswegen beschließt die Clique, auch dieses Jahr anzureisen und am Ende Olis in einer Urne mitgebrachte Asche zu verstreuen.
Auf dem weitläufigen Areal eines ehemaligen Bauernhofs versammeln sich also ein gutes Dutzend Leute in ihren Vierzigern, auch der leicht demente Papa von Oli ist mitgekommen. Der Kontakt zu seiner Witwe war zwischenzeitlich abgerissen, doch die trifft leicht verspätet dann doch noch ein, daß sie allerdings ihren neuen Freund im Wohnmobil mitbringt, sorgt für erste Verstimmungen bei den Gästen.
Nach einem Umtrunk beginnt man sich jedoch auf die Feierlichkeiten zu Ehren des Verstorbenen vorzubereiten, gleichwohl man spürt, daß irgendwie der Wurm drin ist, denn nicht allen Teilnehmern gelingt es, ihre persönlichen Animositäten untereinander hintanzuhalten...

Dem Vernehmen nach hat Regisseur Jon Karthaus eine Handvoll Freunde nach Frankreich eingeladen und mit ihnen dort ein Drehbuch fabriziert, in dem jeder sich selbst eine Rolle und ein paar Sätzchen ausdenken durfte. Entsprechend unstrukturiert und beliebig verläuft dann auch die ganze Geschichte, in der man weder etwas über die Charaktäre selbst noch über deren Verhältnisse zueinander erfährt. Und weil auch der eigentliche Plot von Fijn weekend relativ unspektakulär verläuft, macht sich spätestens ab Filmmitte gähnende Langeweile breit.

Während keiner der Darsteller besonders herausragt, bleibt auch deren Handeln vorhersehbar: die einen wollen gute Stimmung haben, andere stänkern ein wenig herum - ein Allerweltsgehabe, wie man es allüberall bei Touristengruppen beobachten kann - nur wieso muß darüber ein Film gedreht werden? Noch dazu einer, der nicht witzig, ja noch nicht einmal bemüht witzig ist und seinem Etikett Komödie nur ganz selten gerecht wird? Das Potential diverser niederländischer Filme, in gewissen Dingen überzogen grotesk und exaltiert zu erscheinen, kommt hier überhaupt nicht zum Tragen bzw. wird in der äußerst kurzen Abhandlung der bewußt albernen "olympischen Disziplinen" komplett verschenkt. Tatsächlich könnten die Proponenten irgendwelche Westeuropäer sein und auch die französische Location spielt keinerlei Rolle.

Wenn sich am Ende von Was für ein schönes Wochenende! (der sarkastische Titel spielt auf die Streitereien an) dann doch wieder alle lieb haben, stellt man ernüchtert fest, daß hier in 89 Minuten eigentlich nahezu gar nichts passiert ist.
Fijn weekend
, natürlich aus dem breitgestreuten Netflix-Portfolio, ist dabei nicht einmal wirklich schlecht, in seiner Ereignisarmut aber fast schon beeindruckend langweilig und somit nur knapp über dem Erlebnis, Farbe beim Trocknen zuzusehen, anzusiedeln. 3 Punkte.

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