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Hämatom Kommando

Eigentlich hatte ich „The Mother“ längst strikt von meiner Watchlist gestrichen. Doch da Netflix nun mit dem Sci-Fi-Megaschrott „Atlas“ nochmal ein paar Dollar drauflegt und Miss Lopez scheinbar wirklich für einen Filmstar hält, habe ich kurzfristig und skeptisch ein J.Lo.-Netflix-Double Feature eingeschoben - ein Abend, den ich leider nie mehr wiederbekommen werde… In „The Mother“ folgen wir einer ehemaligen Sniperin, die schwanger als Informantin über zwei ihrer ehemaligen Partner und großspurigen Waffenhändler beim FBI auspacken will. Doch ihr Ex' greifen fix an und einer rammt ihr sogar ein Messer in den runden Bauch! Ihre Tochter und sie überleben zwar knapp, doch zu ihrer Sicherheit gibt sie die Kleine zur Adoption freigeben und muss selbst in der verschneiten Wildnis „verschwinden“. Doch zwölf Jahre später kommen ihre alten Dämonen zurück und sie muss ihre Tochter gewalttätig-kompromisslos beschützen…

Mutterliebe kennt keine Schmerzen

„The Mother“ ist ein dermaßen unmotivierter und uninspirierter Klischeebaukasten, dass man über Netflix und solche Ergüsse, maximal Auftragsarbeiten, einfach nur noch den Kopf schütteln kann. Die junge Dame und Filmtochter von J.Lo. spielt in Ordnung. Ein paar Momente, z.B. auf den Schneemobilen, sind zumindest nicht gänzlich Grütze, haben auch etwas Härte und Blutgehalt. Doch ansonsten ist das dämlich, ist das falsch, ist das flach, ist das austauschbar. Ich kann gar nicht sagen, wie kalt mich „The Mother“ gelassen hat. Aber er ist eigentlich auch schon deutlich mehr/weniger als „egal“. Er ist verdammt schlecht. Ärgerlich und talentfrei. Hingerotzt. Ohne jegliche Leidenschaft. Und das alles nicht im trashig-unterhaltsamen Sinne. Die Schnitte sind hektisch, La Lopez hat noch eine gute Figur, aber das Talent ist zu „Anaconda“ und Co. nicht größer geworden, eher wirkt das sogar noch steifer, gewollter und gekünstelter. Sie war immer ein Star - aber nie ein Actionstar, nie eine halbwegs gute Schauspielerin. Die eingeschwänkten Popsongs fühlen sich nicht organisch an. Sinn hat das nie. Empathie fühlt man nicht. Die Metapher mit den Wölfen wird totgeritten. Ist das alles mies. Der Abspann ist - wie so oft bei Netflix - über 12 Minuten lang. Sorry an die tausenden Leute, die da irgendwie mitgewirkt haben - aber „The Mother“ war für euch wie für mich Zeitverschwendung. Nur ihr habt dafür noch eine finanzielle Entschädigung bekommen - ich musste doppelt - mit Zeit und Geld - dafür zahlen… Traurig. Hier geht man aufs Klo - egal ob man gross oder klein muss - und drückt dabei sicher nicht die Pausetaste. Weil man weiß, dass man nichts verpasst. Ehrlich gesagt trinkt man sogar extra schnell, damit man öfters auf den Pott muss. Man tut alles, um „The Mother“ zu verpassen. 

Fazit: J.Lo. ist kein Actionstar, Netflix ist (besonders bei Mainstream-Blockbustern) alles andere als eine sichere Bank und „The Mother“ ist ein miserabler Film. Manchmal muss man Tacheles reden. 

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