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Der Polizist Danny Rourke laboriert immer noch an dem Verlust seiner kleinen Tochter Dominique, die vor vier Jahren quasi direkt vor seinen Augen aus einem Park entführt wurde und seitdem spurlos verschwunden ist. Mitten aus einer Therapie-Sitzung wird er zu einem Einsatz gerufen, wo er einem anonymen Hinweis auf einen Banküberfall nachgehen soll. Dieser findet dann auch tatsächlich statt... allerdings scheint es so, als würde der vermeintliche Täter einige unbeteiligte Personen nur durch wenige gewechselte Worte derart manipulieren, dass diese den Raub für ihn ausführen. Noch mysteriöser wird die Angelegenheit, als sich herausstellt, dass sich in dem Schließfach, auf das es der Unbekannte offenbar abgesehen hatte, nur ein Foto von Rourkes Tochter befindet. Die Hellseherin Diana Cruz, jene anonyme Tippgeberin, die bei der Polizei durchgeklingelt hatte, bringt schließlich etwas Licht ins Dunkel: Bei dem Täter handelt es sich um einen sogenannten "Hypnotic", der anderen Menschen alleine durch die Kraft seiner Gedanken seinen Willen aufzwingen und jedwede Realität vorgaukeln kann... und der natürlich auch einem geheimen Regierungs-Projekt entsprungen ist. Doch was hat Rourkes verschwundene Tochter mit der Sache zu tun...? Mit seinem Science-Fiction-Thrillerchen "Hypnotic" möchte Robert Robert Rodriguez wohl ganz offensichtlich dem doppelbödigen Vexierspiel-Kino eines Christopher Nolan nacheifern, kann trotz einiger abgeschauter F/X-Sequenzen allerdings zu keinem Moment so intelligent und vielschichtig unterhalten wie die augenscheinlichen Vorbilder (ganz egal, wie man nun en detail zu diesen steht!) und so kommt das Ganze auch nur rüber wie "Inception" bei Wish bestellt. Der als Filmemacher ja seit jeher über Wert gehandelte Rodriguez hat sich in der Überschätzung seiner eigenen inszenatorischen Fähigkeiten da mal kräftig an einer Story (übrigens: wild zusammengewurschtelt aus Versatzstücken von "Scanners", "Der Feuerteufel" und sogar dem japanischen "Cure"!) verhoben, die da doch zumindest in Ansätzen plausibel hätte daherkommen müssen, um wenigstens ein kleines bisschen Spannung zu erzeugen, aber letzten Endes bleibt er doch nur an der Oberfläche kleben, weswegen man das Ganze dann auch qualitativ nicht neben "Planet Terror", sondern eher in derselben Ecke wie seine ziemlich beknackten Kinderfilme à la "Spy Kids" verortet. Die Genre-Prämisse rund um die Beeinflussung anderer Menschen per Hypnose und Gedanken-Manipulation dient lediglich dazu, einige quatschige Szenen aneinanderzureihen, ohne sich dabei groß einen Kopf um solche Dinge wie Sinn und Logik machen zu müssen, denn im Endeffekt ist hier jeder Drehbuch-Einfall gut genug um die Handlung irgendwie voranzutreiben (hier übrigens verdeutlicht durch einen ziemlich brachialen Plot-Twist nach zwei Dritteln der Laufzeit, der die Angelegenheit komplett durcheinanderwirbelt, aber halt eben nicht interessanter macht). Wie vollkommen scheissegal das alles im Endeffekt allerdings ist, sieht man auch prima an einer Mid-Credit-Szene, die das gerade erst erreichte Happy End unnötigerweise aufhebt und "Hypnotic" noch nachträglich in Richtung einer Fortsetzung öffnet, die natürlich niemals kommen wird. So hat man es hier dann also noch bestenfalls mit einer Anhäufung inhaltsleerer Taschenspieler-Tricks zu tun, mehr allerdings nicht, was Ben Affleck - der als Geschichten-Erzähler selbst ja einiges auf dem Kasten hat und eine schlechte erkennt, wenn sie ihm unter die Augen kommt - wohl auch so gesehen haben muss, denn der reißt hier völlig unmotiviert und wie auf Autopilot seinen müden Helden-Part runter und macht dabei längst nicht so 'ne gute Figur wie noch vor zwanzig Jahren in John Woos eh bereits gnadenlos auf Mainstream-Verhältnisse gebürsteten "Paycheck - Die Abrechnung" (und selbst der war echt nicht so doof wie "Hypnotic"!). Dass sich dann aber in völlig unbedeutenden Minimal-Parts auch noch bekannte Darsteller wie Jeff Fahey und Jackie Earle Haley verschwenden, macht einen da irgendwie nur noch zusätzlich sauer. Fazit: Ist im Kino völlig zu Recht gefloppt!

3/10

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