Die scheinbar selbe Prämisse, der 'selbe' Ort, bei The Covenant ein frisches neues Duo vor und hinter der Kamera, bei Kandahar ein eingespieltes Team. Unterschiede sind auszumachen in der Veröffentlichung, der eine versuchte den Gang ins Kino, eine Masche, die Gerald Butler trotz zuweilen schlechter Voraussetzungen gerade auch die letzten Monate verstärkt beibehält und sich weiterhin um genreaffine Mid-Price Arbeiten und dies gegenüber einer gänzlich anderen Kost Film (die Blockbuster, oder das Independent-Kino) bemüht; Ritchie & Gyllenhaal , bei denen die Erwartungen wahrscheinlich höher liegen hinsichtlich Motivation und Exekution, haben sich aufkaufen lassen und gegen ein festes Gebot im Streaming einverleibt, bei einem zahlungskräftigen Vertreter, mit garantierter, wenn auch exklusiver Öffentlichkeit zumindest:
Der ehemalige MI6 Agent und jetzt für die CIA tätige Freelancer Tom Harris [ Gerald Butler ] bekommt von seinem Handler Roman Chalmers [ Travis Fimmel ] kurz bevor seinem Abflug aus Dubai einen letzten großen Auftrag in Afghanistan zugeschoben, als einzige Hilfe nur der nunmehr in Baltimore lebende, da aus dem Land geflüchtete Mohammad Doud [ Navid Negahban ], der vom eigentlichen Auftrag genauso wenig weiß wie, dass Harris bereits wegen früherer Operationen sowohl von dem pakistanischen Agenten Kahil Nasir [ Ali Fazal ] als auch den Iranern unter Farzad Asadi [ Bahador Foladi ] gesucht werden.
Die Welt von oben, Wellen aus Sand, eine unendlich scheinende Dürre und Weite, Trockenheit im Zentrum und bis zum Horizont. Die Gegend in den ersten Bildern scheinend wie ausgestorben und menschenleer, der Schein trügt, weiter hinten brummt die Industrie, eine Nuklearfabrik, vorne Gestalten mit Waffen, diesmal noch zum 'Schutz', eigentlich zur Bewachung, später als Bedrohung. Eine Routinearbeit, wie es wirkt, eine mögliche Reparatur, eine Ablenkung nur, vielmehr eine technische Manipulation, eine digitale Infiltration; viele täuschende Wahrnehmungen, bald die Flucht, da die Gewissheit und die Entdeckung dieser. Der Eine macht schon Job recht neu, der Andere schon ewig.
Ein riesiges politisches Gefilde und das Weltgeschehen (Iran, Pakistan, Afghanistan, Vereinigte Arabische Emirate, USA) wird hier als Basis für einen Actionthriller genutzt, ein komplexes bis schwieriges Thema massenkompatibel aufgeputscht, es geht um private und soziale Medien, um Whistleblower aus dem Pentagon, um stete Überwachung und allgegenwärtige Observation, um Geheimdienstoperationen und Black Ops Organisationen. Die eigentliche Geschichte ist bekannt und wirkt durch Butlers Figur (Arbeit vor Familie, die Frau vor der Scheidung, die Tochter kennt den Vater nur von früher; die familiären Gespräche wirken tatsächlich familiär, dem ist der Zuschauer überdrüssig und auch die Darsteller müde.) nur noch bekannter, The Chain in der teuren Version, in der komplizierten Aktualität, im steten Krisengebiet, in der ewigen Todeszone. Die Zerstörung der Fabrik aus der Ferne macht die Leute wieder wach, man spürt die Konsequenzen bis in die Stadt.
Erst Tod auf dem Bildschirm, die Übertragung rein per Satellit und Drohne, vorher Gewalt schon in den Straßen, aber im Nebenher und bei anderen Leuten, die man nicht getroffen hat und die man nicht kennt. Nun ist man mitten in der Epikrise, im Zentrum der Unruhe, im Visier der Gegenüber, Schluss mit dem Vorgeplänkel, dem Parallelgeschehen von Politik, Militär, Milita, der Bebilderung von Tradition und Modernität, dem weitverzweigten Spionagegeschehen. Krieg hier Ideologie und Gelddruckmaschine, stete Wechsel der Gesinnung ("Ever hear the story of the Afghan man who lived for 700 years? On his 700th birthday, the great Amir, Dost Mohammad Khan, threw him a lavish party. And after all the guests had left, the Amir said in confidence, "I am surrounded by enemies. What is your secret to be living in such dangerous place for a long time?" And the man looked at him and said..."It is easy. Change sides.",) bar jeder Regeln, zwei Leichen hängen schon am Kran. "Willkommen im Neuen Afghanistan."
Entscheidend und Herzstück des Filmes ist nicht das durchaus aufwändig gehaltene drumherum, es ist das Bündnis, zwei Männer aufeinander gewiesen aufeinander, ob sie wollen oder nicht, sie können nur zusammen, alleine schafft es keiner von beiden, die Lage aussichtslos, die Bedingungen sehr schwierig. Beide haben mit der eigentlichen Sachen nicht wirklich etwas zu tun, "cutouts in an even bigger game", es ist ein Job, das Geld steht im Vordergrund, man möchte ein besseres Leben (für die Familie), doch die hochgezüchtete Menschenjagd (Arbeitstitel bzw. Titel des Drehbuches war Burn Run) ist eröffnet, bald möchte man nur noch Überleben. Das ist wie Cowboy und Indianer, 400 Meilen (ca. 644 km) feindliches Gebiet.
Viel Zeit nimmt man sich für den Aufbau, die Szenen sind vorbereitend, kausalisierend, sie kulminieren dann, sie sind nicht unwichtig. Es wirkt dennoch ein wenig ausschweifend, es wirkt eingangs nicht wirklich zwingend und dringend. Dass die Produktion von einem Action-Team ist, merkt man zu Beginn der großangelegten Hatz, alle stürzen sich auf Harris und seinen eher unfreiwilligen Begleiter, es wird schwarzberitten auf einem Hightech/High-Speed Motorrad durch die Wüste gepeitscht, das Cover ist aufgeflogen, eine Verfolgungsjagd durch einen vollbesetzten Markt, auf einer Straßenkreuzung eine voluminöse Autoexplosion. Des Nachts auf einsamer Straße wird man von einem Hubschrauber beschossen und erwidert das Feuer, es gibt eine ISIS-Attacke mit schweren Geschützen, das Land ist überall geteilt, voll mit widerstreitenden 'Gotteskrieger', "like a rotten corpse"., es gibt Mörserbeschuss in der Einöde und RPG, riesige Detonationen, die im Panorama glühen.