Review

Wenn sich der Inhalt noch austauschbarer gestaltet, als es der Titel bereits erahnen lässt: Regisseur und Co-Autor Lawrence Fowler könnte, obgleich er zuvor schon drei Horrorstreifen hervorbrachte, als kompletter Neuling durchgehen, dessen Geschichte so rein gar keinen Mut zur Eigenständigkeit aufbringen will.

Margot und ihr Mann Mason kehren in ihr seit Jahren verwaistes Elternhaus zurück. Noch immer unter ihren düsteren Kindheitserinnerungen leidend, will Margot endlich herausfinden, was es mit dem gewaltsamen Tod ihrer jüngeren Schwester Evie auf sich hat, deren Anwesenheit nicht lange auf sich warten lässt…

Veranstaltet man ein Trinkspiel hinsichtlich aller vorhandenen Klischees eines Geisterhaus/Dämonentreibens, wäre die Flasche deutlich vor Ende der Laufzeit von knapp 103 Minuten geleert, sofern eklatante Begebenheiten einen Doppelten nach sich ziehen.
Und diesen gibt es sogleich für die Protagonistin Margot, einem latent neben sich stehenden Häufchen Elend, bei dem selbst ein wohlwollender Mitleidsbonus nach wenigen Minuten verflogen ist. Im echten Leben würde man ein derart flatterhaftes Nervenbündel wohl kaum in die Eigenständigkeit entlassen und schon gar nicht zur Konfrontationstherapie an den Ort ihrer traumatisierenden Kindheit zurückkehren lassen.

Ihr fester Herr Mason offenbart allerdings auch keine Züge aufopferungsvoller Nächstenliebe und noch bevor er überhaupt auf eine weitere, weibliche Person trifft, hängt schon so etwas wie Fremdgehen in der Luft, womit der nächste Schnaps fällig wird. Gleich drei oder vier Kurze werden indes für die Andeutungen übersinnlichen Treibens fällig: Türen schließen sich wie von Geisterhand, die wiederkehrende Position der Zeiger einer Wanduhr weist auf ein einschneidendes Erlebnis hin und ein Familienfoto fällt zu Boden. Mehrfach, wodurch sich im Zuge der nunmehr halb geleerten Flasche eine wohlige Ruhe breit macht, welche die nahezu durchweg mäandernde Gangart der Erzählung in eine tendenziell einschläfernde Richtung lenkt.

Umso perfider erscheinen die wenigen Erschreckmomente, die hin und wieder tatsächlich zu punkten vermögen, eben weil sie innerhalb der Stille komplett aus der Lethargie reißen und zuweilen sogar ein passables Timing mit sich bringen. Nicht zu vergessen ist die Geistererscheinung eines maskierten Mädchens, welches sich auch mal spinnenartig fortbewegt, - dafür gibt es allerdings nur einen halben Schnaps, weil das sämtliche Exorzismusfilme ebenfalls mit sich bringen. Den anderen halben kann man sich für die später involvierten Geisterjäger reservieren, die im Doppelpack definitiv mehr Charaktertiefe als die Hauptfigur offenbaren.

Für die Auflösung des geisterhaften Treibens bieten sich nur wenige Möglichkeiten und entsprechend nahe liegend zeichnet sich früh die dazugehörige Pointe ab.
Überraschend gestaltet sich hier ohnehin nichts, spannend auch kaum etwas, allerdings geht das Handwerkliche in Ordnung und darstellerisch tanzt unter den wenigen Beteiligten niemand aus der Reihe.
Inhaltlich dürfte am nächsten Tag hingegen alles verflogen sein, - egal, ob mit oder Trinkspiel.
Knapp
4 von 10






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