Review

Magere Megalodonmomente

Der Familienurlaub an der idyllischen Küste Mexikos eines amerikanischen Ölfirmamitarbeiters wird zum Alptraum - nicht nur wegen den grimmig-abergläubischen Mexikanern, sondern vor allem weil der „schwarze Dämon“ zur Bohrinsel zurückgekehrt sein soll: ein mythisch gefürchteter wie verehrter Megalodon, der scheinbar wieder Hunger bekommen hat durch die Öllapen und Geldgeier…

Eine Shell wird euch nicht schützen…

Irgendwo im Niemandsland zwischen „Meg“ und Asylum lässt der „Rambo V“-Regisseur (wieder mit klischeehaft dargestellten Mexikanern!) einen urzeitlichen Riesenhai auf eine Bohrinsel los - und kann damit weder die trashige noch die grossproduzierte, weder die mainstreamige noch die nischige, weder die spannende noch die lustige Fischauslage gut genug füllen, um eine Empfehlung auszusprechen. Es passiert unfassbar wenig. Die Ölbohrinsel oder zumindest die Innenräume sehen schnell nach Studio und Kulisse aus. Der Meg schaut in Ordnung aus, lässt sich aber unverschämt selten sehen, geschweige denn in ganzer Pracht. Es wird weder allzu blutig oder ruppig noch komisch. Ernst nimmt sich das Teil aber schon. Und der Bodycount ist erschreckend gering. Man wäre wohl gerne in die „Deep Blue Sea“-Fußstapfen getreten - kommt aber nicht über eine aufgeblasene Attrappe hinaus. Josh Lucas ist ein lächerlich leerer Typ und eine halbgare Retortenhauptfigur. Die Unterwasseraufnahmen sind schwammig, künstlich und meist zu dunkel. Die Laufzeit ist für sein Gezeigtes massiv zu lang. Das einzig wirklich Tolle: der mystische Mythos des Monsters inklusive gesellschaftspolitischer und ökologischer Übertöne, die hier sehr prominent und unübersehbar eingebaut werden. Das ist Ehre wert. War's nicht alles umsonst. Doch das reicht nicht um 100 Minuten zu füllen. Gerade wenn der Megalodon irgendwie gar kein Bock zu haben scheint mitzumachen und das peinlich auf die Tränendrüse drückende Finale einen entlässt… 

Große Klappe, wenig dahinter

Fazit: was für ein dicker, fetter Fisch. Was für eine dicke, fette Enttäuschung… „The Black Demon“ macht es leider kein Stück besser als der „Meg“. Eher noch ereignisloser und armseliger. Nur die Message ist brauchbar. Das restliche Fleisch an der Gräten ist allerdings extrem mager. Gönnt euch lieber ein saftiges Thunfischsteak! 

Details
Ähnliche Filme