Zweite Kooperation von Morgan Freeman mit Cole Hauser nach The Minute You Wake Up Dead [ 2022 ], dritte Kooperation von Freeman mit Regisseur George Gallo nach The Poison Rose [ 2019 ] und Vanquish [ 2021 ]; ähnlich hoch wie dort ist dann die Messlatte, die Vergleiche sind gegeben, die Vorfreude entsprechend. Dort jeweils Thriller, mal mit Krimianleihen, mal mit Psychospielchen, mal mit Action, jeweils eher in der Abgeschiedenheit der amerikanischen Provinz, hier mit leichten Horrorbezügen und mit einer Verfolgung, die tatsächlich in Italien, speziell in Rom beginnt:
Im Auftrag von reichen Geschäftsleuten wie Shelby Farner [ Brian Kurlander ] verübt M'Gushu Randoku [ Vernon Davis ] auf aller Welt gut bezahlte Ritualmorde an von ihm selbst auserwählten Opfern. Als ihm das Pflaster in Italien durch die Ermittlungen von Inspector Mario Lavazzi [ Guiseppe Zeno ] zu heiß wird, wechselt er in die Gefilde von Detective Lucas Boyd [ Cole Hauser ] und dessen Partnerin Detective Maria Kersch [ Murielle Hilaire ], um dort sein schäbiges Geschäft weiter zu führen. Boyd, der von seinem Vorgesetzten Captain Marchand [ Peter Stormare ] in der Arbeit eher gebremst als unterstützt wird, wendet sich wegen der gefundenen Hinterlassenschaften an den Tatorten und der Art der Morde an den aus Lesotho stammenden Dr. Mackles [ Morgan Freeman ] zur Hilfe, und braucht bald auch jede Unterstützung, die er bekommen kann.
Von Europa weiter in die USA; direkt nach Jackson, Mississippi, die Fahnen werden hier noch geschwungen, die Bevölkerung jubelt, es gibt etwas zu feiern, es ist Nationalfeiertag. Von der grausam zerschundenen Frauenleiche dort zum scheinbaren Idyll hier, nach außen die Fassade, drinnen gärt es schon, es wird kontrolliert und patrouilliert. Das Städtchen ist nur zentral bevölkert, weiter draußen, in den Nebenstraßen sind schon die Ruinen und ist man bereits zerstört, auch der Vorlesungssaal ist nur mit wenigen jungen Menschen besetzt, die meisten Reihen leer. Zuweilen sucht man nach Erklärungen hier, zuweilen werden Rätsel aufgeworfen, ab und an geht man auf Tempo, das Eindringen in ein Hotelzimmer, eine Verhaftung, die scheinbar grundlos in einer absichtlichen Tötung des Kriminellen endet; eine blutige Polizeiarbeit, die bald noch gegenwärtiger wird.
Gallo verbindet dabei Geschehnisse zweier Kontinente und später noch Geschehnisse zweier Welten, der Film bemüht sich um ein gewisses Maß an Aufwand, an Hetzjagd zu Fuß am Kolosseum entlang, ein längerer Sprint, Polizeiwagen versuchen zu blockieren, eine Festnahme eines (nicht bloß) konditionell überlegenen Flüchtigen mit Masse und in der Menge durchzuführen. Der Verfolgte ist mal da und ist mal weg, sprunghaft wie die Handlung, die sich an einem Motiv, am (Alternativ)Titel (Muti) festzurrt nur ("The more intense the scream, the more powerful the Muti.") und eingangs parallel die verschiedenen Ereignisse anreißt, abkürzt und in Einzelstücken bebildert.
Hauser, der aufgrund Yellowstone zuletzt wahrscheinlich die meisten Angebote auch im Bereich des (preiswerten) Filmes bekommen hat, ist dabei (auch anders als sein Vater) leider nicht so wirklich die überzeugende Präsenz, er wirkt trotz Größe und Körperbau oftmals eher blass, überfordert, nicht nur optisch aufgedunsen und in anderen Sphären, verloren und sich unwohl fühlend, sondern auch im Spiel bestenfalls solide; es gibt eine Reihe anderer Leute mit ähnlichen Karrieren, die überzeugender hier (und bspw. in Panama, oder auch in Acts of Violence) wären. Ein gewisser Stillstand der Figur des lokalen Polizisten ("That's not convincing.") hier wird in das Skript und damit in die Vorgeschichte geschrieben, ein Trauma, noch die Arbeit der Bewältigung und des Umgangs damit, bald muss er allerdings fit sein für die Geschehnisse, die von der italienischen Hauptstadt über den Ozean hinein in sein Städtchen in der Mitte Amerikas drängen; was bald nicht nur barbarisch zugerichtet ("If it wasn't a scalpel, it was something just as sharp.") im örtlichen Wasser treibt.
Hubschrauberaufnahmen, Privatflugzeugaufnahmen, zum Tat- oder Fundort heranrasende Wagen; Dringlichkeit ist rasch geboten hier, die Zahl der Opfer steigt, das Alter der Opfer wird immer jünger. Die Gewalt wird oftmals nicht speziell gezeigt, die Andeutungen sind umso grausiger, die verbalen Bezüge, die Erschaffung eines unwohlen Gefühls, ein Serienkiller-Thriller, mit Konventionalität auch, aber ebenso neuen Bezügen. Religion, Wissenschaft, Medizin, Tradition, Aberglauben, alles Themen, die man aufwirft und kredenzt, Urängste erzeugt, auch ein "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?" hier, "The old man would've died anyway from his throat being cut, if he'd had a heart left to pump the blood out."; nach einem Barmassaker gibt es eine erste direkte Konfrontation, noch mehr Tote und mehr Blut, eine offensive polizeiliche Intervention.