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Zukunftsmusik wird bei Disney häufig auf Basis eines Animationsfilms angelegt. Futuristische Kulissen lassen sich leichter umsetzen und man kann zugleich symbolisieren, wie vermeintlich weit entfernt eine derartige Szenerie noch sein mag. Regisseur Kyle Patrick Alvarez entschied sich für den direkten Weg mit echten Schauspielern, wodurch dem Treiben eine latent melancholische Note anhaftet.

Auf einer Mondbasis im Jahre 2257: Calebs Vater ist soeben gestorben, wodurch der Junge die Möglichkeit erhält, frühzeitig zu Omega aufzubrechen, was anderen Bewohnern oft ihr Leben lang verwehrt bleibt. Jedoch will er die letzten Tage nicht ungenutzt lassen und unternimmt mit seinen vier Freunden einen Trip zu einem Geheimnis umwobenen Krater…

Zwar ist die deutliche Kapitalismuskritik das Fundament des Coming-of-Age-Streifens, dessen Drehbuch einige Zeit auf der Liste der begehrtesten Hollywoods stand. Doch letztlich bietet der Stoff kaum mehr als vertraute Themen um Freundschaft, Loyalität und den Umgang mit Verlusten. Die dazugehörigen Figuren bestehen neben Caleb aus zwei weiteren Hauptfiguren und zwei Sidekicks, welche nur bedingt Einfluss auf die Handlung nehmen.

Nun ist so ein Abenteuer in der Regel stets von Bedrohungen und Gefahren umgeben und genau das bleibt hier nahezu aus. Es gibt keinen Antagonisten und allenfalls die Sorge um zu wenig Sauerstoff für die Reise mit dem Rover, was sich allerdings dadurch relativiert, dass es scheinbar an allen Ecken und Enden entsprechende Flaschen zu sammeln gibt. Selbst der bereits im Vorfeld erwähnte Meteoritenschauer generiert kaum Nervenkitzel, was für einen Showdown beinahe den Genickbruch markiert.

Derweil ist dem Werk auf handwerklicher Ebene wenig anzukreiden. Die eher spärlichen Kulissen sind hinsichtlich einer Mondlandschaft stimmig ausgefallen, zumal gelungene Ansätze einer futuristischen Stadt eingebunden werden, wogegen die Szenerie des titelgebenden Kraters eher ernüchternd ausfällt. Darstellerisch befinden sich die Jungmimen auf tauglichem Niveau und auch der Score ist um den richtigen Ton bemüht und steuert der leicht trostlos anmutenden Note mit positiven Klängen entgegen.

Dennoch packt der Stoff nie so wirklich, da die Figurenzeichnungen insgesamt zu eindimensional ausfallen, viele Dialoge arg gestelzt daherkommen und die emotionale Komponente nie über Sparflamme hinaus köchelt. Entsprechenden Abenteuern schwingt zu wenig Spannung mit und auch der Humor bleibt weitgehend auf der Strecke. Letztlich rettet die finale Aussage zwar noch ein wenig, doch das Ding ist relativ weit von einer gefühlvollen Zukunftsmusik entfernt.
4,5 von 10

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