Das Overlooked Hotel
Eine bunte und langjährige Clique trifft sich zum Geburtstag der einen zu einem entspannten Wochenende in einem abgelegenen Hotel. Doch die Pläne nehmen bald abgründigere Züge an, wenn sich jeder von ihnen durch einen alten Zauber (?) plötzlich mit seinen tiefsten Urängsten oder auch gesellschaftlichen Allgemeinängsten konfrontiert sieht...
Spinnen? Enge? Dunkelheit? Verlust? Unbeliebt zu sein? Arm zu sein? Krank zu sein? Was sind eure persönlichsten, kaum auszuschaltenden Ängste? Dieser Frage geht "Fear" in seiner kompetenten, aber doch etwas banalen "Horrorhotel"-Art nach - irgendwo zwischen "Escape Room", "Shining" und "Contagion". Die Freundesgruppe hat Facetten und durchaus auch untereinander Chemie. Die Darsteller sind jetzt keine totalen Nichtskönner, selbst wenn ein paar Abfälle dabei sind. Das Hotel hat seine creepy Ecken. Visuell gibt's ein paar Hütchentricks. Und mit dem Konzept sind die Möglichkeiten natürlich weit gestreut. Und gerade die Virus- und Panikvibes im Fahrwasser von Covid sind noch frisch in unseren Köpfen. Wie viele Filme in der ersten Hälfte der 2020er geht's um das Thema, wie könnte es auch anders sein. Diese Phase wird in den kommenden Jahrzehnten immer schnell identifiziert werden können. Und trotz diesem kompakten Grundgerüst kommt "Fear" dann doch am Ende nie ganz in die Pötte. Gerade wenn es um die handfeste Umsetzung der Ängste, der Räume, der Gefahr geht. Viel ein Brei. Würmer und CGI. Da fehlt's dann an "Horrormagie". Oder schlicht Können. Kreativität. Karacho. In seiner plumpen Weise erinnert "Fear" manchmal sympathisch an die Früh-00er Horrorwelle a la "13 Ghosts". "Darkness Falls" oder "House on Haunted Hill". Doch irgendwie bricht er hintenraus sein.
Fazit: face your fears, beware for tears, if anyone hears, make sure it clears... die Indiehorrorversion von "Fantasy Island". Über gute Ansätze hinaus geht hier allerdings nichts. Vielleicht ist das Konzept der "Angst im Allgemeinen" auch einfach zu grob und unspezifisch.