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Patrick Wilson liegt das Franchise (noch immer) am Herzen

Obwohl ich persönlich das „Insidious“-Franchise schon auf dem Abstellgleis sah und vor allem Teil 4 überhaupt keinen Eindruck mehr machen konnte, zählt die Reihe durchaus zu den wichtigeren und erfolgreicheren im Horrorgenre aus den letzten 20 Jahren. Durchaus solide bis gute Mainstream-Gruselkost und rundum ein BlumHouse-Posterchild, eine Erfolgsgeschichte, eine geölte Gelddruckmaschine. Nun kommt mit Part 5 der Abschluss (?) der Reihe und Hauptdarsteller Patrick Wilson darf selbst auf den Regiestuhl und sein Debüt in dieser ausschlaggebenden Profession geben. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellt. Er geht in Sachen Handlung zurück zu den Anfängen der Reihe bzw. führt diese zumindest fort, indem er 9 Jahre nach den Geschehnissen aus den ersten beiden Teilen Vater und Sohn der Familie Lambert folgt, wie ihre düstere Vergangenheit und Verbindung zu der „Dämonenebene“ ihnen trotz Gedächtnisverlust an diese dunkle Zeit immer weiter folgt und sich ihren Weg in Leben, Träume und Unterbewusstsein der beiden bahnt…

Nach Schlüsseln und Anfängen kommen… Türen?

Dass „Insidious: The Red Door“ zumindest ein versöhnlicher und stilvoller, recht runder Abschluss des Franchise ist, hat der Hollywoodgrusler vor allem zwei Fakten zu verdanken: Wilsons durchaus überlegter und anständiger Regie und seinem extrem begabten Kameramann samt sehr atmosphärischer, kreativer Bilder. Und wenn ein Schocker diese zwei Argumente auf seiner Seite hat, kann er doch zumindest nicht ganz schlecht sein, oder? Naja. Ich mag Wilson, hoffe das war nicht schon das Ende seiner Regiekarriere (sieht bei dem Einspielergebnis zumindest nicht danach aus) und vor allem sein Vater-Sohn-Familien-Winkel, aus dem er die Geschichte die meiste Zeit beleuchtet, hat mich zwischendurch gekriegt. Gepaart mit einigen originellen und (zumindest für Hollywoodproduktionen) überdurchschnittlichen Bildern, Momenten, Ideen, kann ich mich mit „Insidious 5“ anfreunden. Vor allem eine ganz fiese MRT-Szene, vor allem wenn man etwas klaustrophobisch veranlagt ist, bleibt im Gedächtnis. Jedoch stehen einer wirklichen Empfehlung (oder um auf das Niveau seines ersten Teils/Originals von James Wan zu kommen) doch noch einige Dinge entgegen. Durch seinen gemächlichen Aufbau und die überstrapazierte Laufzeit gibt’s definitiv Längen. Gegen Ende kulminiert alles dann doch in ein ernüchterndes Jumpscarefest. Und man kennt eben die Klischees und Köpfe von „Insidious“ schon zu gut, die Reihe wirkt schon lange nicht mehr fresh oder auf dem Zenit. Egal mit welcher Herangehensweise - Wilson hatte einen echten Hügel samt Stein vor sich. Und er hat seine Sache i.O. gemacht. Viel mehr war kaum drin. Und vor allem im Vergleich zu starken Horrorindies aus diesem Jahr, wie etwa „Talk To Me“, wirkt „Insidious 5“ dann fast schon lahm, altbacken und langweilig. Eine Marke, deren Zeit definitiv vorbei scheint. Zumindest bis zum unvermeidlichen Reboot in 10 Jahren?!

Fazit: Wilson hat als Regisseur spürbar etwas zu beweisen, die Vater-Sohn-Beziehung im Kern kann einen packen, einige Settings, Momente und Aufbauten haben echten Schrecken in sich und insgesamt ist Teil 5 der Reihe für meinen Geschmack wieder fast im grünen Bereich, jedenfalls deutlich besser als „The Last Key“… selbst wenn das für die meisten Leute und Ansprüche nicht allzu viel heißen will. 

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