Ember wächst als Kind von Einwanderern in der Metropole Element City auf. Hier finden sich sich Wesen bestehend aus den vier Elementen wieder, Ember und ihre Familie sind ganz Feuer und Flamme. Das bringt auch Spannungen im Umgang mit den anderen Elementen (insbesondere Wasser) mit sich. Hinzu kommt, dass Ember zwar den Laden der Eltern übernehmen soll, ihr Temperament ihr dabei aber immer wieder in die Quere kommt. Und dann ist da noch der wässrige Stadtinspektor Wade, der im überfluteten Keller des Hauses auftaucht.
Und natürlich noch einiges mehr, eine Zusammenfassung oder eine Anfangsbeschreibung des Inhalts kann hier alles und nichts sein. Denn im Kern ist Pixars Beitrag sehr kleinteilig geraten und besteht aus vielen einzelnen Elementen ('tschuldigung), die zusammengehängt auf Spielfilmlänge kommen. Auf der anderen Seite ist die Geschichte dann selbst ziemlich generisch und vorhersehbar. Inhaltlich erzählt der von Peter Sohn inszenierte Film nichts, was nicht schon zig mal da war, auch wenn es aufgrund der Inspiration aus der eigenen Familie eine Art Herzensprojekt sein mag. Das Zurechtfinden in der Fremde, das Hadern mit Familie, Tradition, Erwartung und Selbstverwirklichung – es sind auch für Disney und Pixar altbekannte Themen, die hier abgegrast werden.
Was die Welt, in der das alles spielt, angeht, so konzentriert man sich überwiegend eben auf Feuer und Wasser. Etwas schade, denn so entsteht nicht dieser umfassende Blick auf diese Gesellschaft, wie man ihn in Filmen wie „Zoomania“ erhalten hat. Eine klassische Antagonistenfigur fehlt, was aber nicht per se schlecht ist. Der „Gegner“ sitzt hier eben eher im Kopf, sowohl dem eigenen als auch dem der Gesellschaft. Vorurteile und Rassismus werden angesprochen, alles aber auf recht harmlosem Niveau.
Dafür punktet „Elemental“ auf audiovisueller Ebene. Die Optik ist ein Hingucker, in seiner bunten Präsentation verstecken sich so viele Details und wie gut sieht bitte das Wasser hier aus? Also nicht das anthropomorphe, sondern das Wasser-Wasser. Das Design ist famos und hier spielt der Film mit all seinen Interaktionen seine Stärken aus, ebenso verbal mit manchen Wortspielereien. Reflektionen und Reflexionen geben sich die Klinke in die Hand und das Tempo ist durchaus ansprechend.
Und doch, Pixar steht nicht mehr für die Highlights in Serie, die visuell -und- inhaltlich überzeugen. Das gab es für mich seit „Soul“ (2020) nicht mehr. Nett ist das hier zwar, aber das kann nicht das Ziel sein.