Review

Hartes Pflaster

In der Tradition zwischen Scorsese und Refn erzählt dieses hartgekochte und größtenteils deprimierende Drama über einen jungen Sanitäter in New York City und wie er in seinem ersten Jahr zeitgleich inspiriert, desillusioniert, kaputtgemacht und aufgebaut wird… Und mittendrin Mike Tyson?!

Ambulence Driver

„Asphalt City“ ist ungefiltertes New York-Strassenkino. Grau, blutig, mit offenen Brüchen und eiternden Wunden. Sehr wenig Hoffnung - aber da ist sie schon. Man muss nur genauer hinsehen. Vielleicht auch um den wirklich guten, packenden Film zu sehen. Aber auch der ist da. „Asphalt City“ ist auch Charakterporträt. Penn und Sheridan ergänzen sich gut und stacheln sich gefühlt an. Todesfälle und tiefe Falten. Kraftausdrücke und bleibende Narben. Der Big Apple ist schon lange nicht mehr das Moloch wie vor 40 Jahren - und dennoch scheint die Stadt manchmal lebensfeindlich, aggressiv, tödlich. „Asphalt City“ hat eine tolle Beleuchtung, eine starke Chemie im Cast, instinktive Themen und Kräfte. Ureigen, menschlich, bissig. Zahnstocher und Wasserkocher. Schutzschilde und Seelenstriptease. Nicht gerade griffig und zugänglich. Ein Problemkind. Da muss man schon was investieren. Aber das Kämpfen für Nähe und Verständnis lohnt sich. Melancholisch aufmüpfig. Grübelnd und garstig. Papptüten und Lungenversagen. Schon lange kein Training Day mehr. Sehr, sehr düster und zerstörerisch. Kein Beruf für mich. Schmerzhaft und schockierend. Angst und Güte. Aufopferung und Abstumpfung. Teils auch etwas in Abwehrhaltung. Gewollt hart. Aber er liefert dann auch immer wieder, um alles andere als ein Poser zu sein. „Asphalt City“ ist nasskalt. Gulligut. Für viele bestimmt zu abweisend und langsam. Krankenhausgrabenkriege. Zwischen Hass und Abschaum. Und trotzdem zwischendurch mit einem Schmunzeln im Gesicht. Leere Augen trotzdem. Gegensätze unter Druck. Straßenzüge am Abgrund. Graffiti als Warnung. Die Stadt, die erst schläft, wenn sie keinen Puls mehr hat. Kämpfen um zu leben. Leben um zu helfen. Helfen um zu leiden. Nachtschichten als Alptraumcollagen. Sex als Ausgleich. Tod als Erlösung. Krankenwägen als rollende Festungen. Sanitäter als zerfallende Hüllen. 

Deading Out The Bringer

Fazit: starkes Schauspielkino, wenig Story, viel Internes, abgefucktes NYC, tougher Job, roher Stil. Ungemütlich, hart und rau. Ungeschönt und ungewöhnlich abstoßend. „Asphalt City“ ist Antiunterhaltung und ein ziemliches Brett. Das man erstmal bohren muss. 

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