Ein Scharfschütze streckt an Silvester in Baltimore um Punkt Mitternacht 29 Menschen nieder, eiskalt, präzise und scheinbar wahllos. Polizistin Eleanor (Shailene Woodley), eine der ersten am Tatort, fällt dem ermittelnden FBI-Agenten Lammark (Ben Mendelsohn) als besonders geistesgegenwärtig auf und wird in sein Team aufgenommen. Der Film begleitet ihre Ermittlungen als relativ klassisches „Police Procedural“, inklusive falscher Fährten, unschuldig Verdächtigter und interner Machtkämpfe.
MISANTHROPE, so der ursprüngliche, deutlich weniger „catchy“ Titel, ist einer jener Filme, die heute eigentlich kaum noch gemacht werden und die ihre letzte Blüte in den 90er-Jahren hatten. THE LITTLE THINGS war vor zwei Jahren ein vergleichbares Beispiel – Polizeithriller mit einigermaßen prominenter Besetzung, aber ohne spektakuläre Action, Gimmicks, Twists oder wirkliches Blockbusterpotenzial.
In den Neunzigern hätte TO CATCH A KILLER eher zu den durchschnittlichen Vertretern seiner Art gehört, heute ist man als Freund dieses Subgenres zwar froh über den Neuzugang, kann aber auch nicht über seine Schwächen hinwegsehen: Nach einem starken Beginn hängt der Film leider eine ganze Weile lang durch, was die Macher wohl selbst merkten und rasch noch eine Spannungsszene mit blutigem Shootout einbauten, die mit dem Fall nichts zu tun hat.
Am Ende kann sich der Film dann nicht so recht entscheiden zwischen konventionellem Spannungs-Showdown und Realitätsnähe mit emotionaler Message, schafft es aber zumindest, eine gewisse Empathie mit dem Täter zu erzeugen, was angesichts seiner Taten doch überrascht.
Insgesamt ein solide inszenierter und gespielter Thriller, dem es leider mal wieder an einem wirklich fesselnden Drehbuch mangelt.