Ein recht ungewöhnlicher Streifen von Stuart Gordon, von dem man so einen Genrewechsel gar nicht erwartet hätte. Keine Aliens oder Schleimmonster, sondern ein kaltschnäuziges Rachedrama wird einem hier geboten. Eiskalt und teilweise schonungslos.
Sean hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, bis er eines Tages vom dubiosen Bauunternehmer Mathews den Auftrag erhält, einen Buchhalter zu überwachen und ihn kurz darauf umzubringen. Sean erledigt seinen Job, doch Mathews will die versprochene Summe nicht zahlen. Als Sean ihn mit Beweismaterial zu erpressen versucht, reagiert dieser mit Verschleppung und Folter. Nach einem wochenlangen Martyrium gelingt Sean die Flucht…
Die Story ist leider mit einigen Unwahrscheinlichkeiten behaftet und wirkt an vielen Stellen zu konstruiert. Denn nach Seans Flucht lässt er sich von der Frau seines Opfers in einer Mission gesundpflegen und geht anschließend eine Beziehung mit ihr ein, bis diese Seans wahre Identität herausfindet. Das wirkt alles ein wenig zu aufgesetzt und Seans Handeln ist nicht immer ganz nachvollziehbar. Das lässt sich auch nicht durch die Folter rechtfertigen, die ihm in Form von harten Schlägen auf den Kopf widerfahren ist.
Auf der anderen Seite hat Gordon aber eine solide und vor allem unterhaltsame Inszenierung hingelegt. Dabei helfen ihm vor allem die überzeugenden Darsteller: Chris McKenna kann in der Hauptrolle vollends überzeugen, mit ganzem Körpereinsatz verleiht er der zwiespältigen Figur Sean einen facettenreichen Charakter. Daniel Baldwin glänzt als Bösewicht ebenso wie sein gewichtiger Adjutant George Wendt als Duke. Kari Wuhrer sieht wie immer gut aus und zeigt sich wie gewohnt nackt, hat aber nicht viel Zeit, darstellerisch Akzente zu setzen.
Wie man es von einem Stuart Gordon erwartet, werden auch ein paar heftigere FX untergebracht, wobei hier die psychische Gewalt deutlich überwiegt, denn die Schläge mit dem Golfschläger/Vorschlaghammer an den mit Schaumstoff umwickelten Kopf Seans sind jeweils nur angedeutet, die gutgemachte Maske erledigt aber im Nachhinein den Rest.
Schade, dass die Geschichte an einigen Punkten zu unausgegoren und konstruiert erscheint, denn das über weite Strecken fesselnde Werk hinterlässt aufgrund seiner schonungslosen Art einen bleibenden Eindruck.
7 von 10 Punkten