Lange Jahre stand Agent Luke Brunner (Arnold Schwarzenegger) im Dienst der CIA, doch nun ist es Zeit für den Abschied: der verdiente Mitarbeiter darf sich endlich in den wohlverdienten Ruhestand begeben. Brunner, der durch seinen aufregenden Job und die dadurch bedingte permanente Abwesenheit von der Familie seine Frau durch Scheidung verloren hat, möchte allerdings noch eine letzte Mission erfolgreich durchführen: ebenjene ehemalige Gattin Tally (Fabiana Udenio) wieder zurückerobern. Ganz Kavalier der alten Schule hat er zu diesem Zweck eine Yacht angeschafft, auf der er die große Versöhnung anbahnen will. Am ersten Tag seines Ruhestandes empfängt ihn die Familie mit einer kleinen Party zuhause, und zu Brunners Freude ist auch seine Lieblingstochter Emma (Monica Barbaro) erschienen, auf die er ganz besonders stolz ist: sie hatte stets strebsam studiert, nie geflucht oder getrunken und spielt sogar Violine - jetzt reist sie zu einem Brunnenbauprojekt nach Südamerika und besucht vorher noch ihren Papa zu dessen Pensionsantritt.
In die Idylle platzt dann jedoch ein Anruf seines bisherigen Begleitteams - Brunner soll doch noch einmal zurückkehren für einen wirklich allerletzten Auftrag, denn eine heikle Mission um den Gangster Boro (Gabriel Luna) kann nur von ihm persönlich erfolgreich zu Ende geführt werden. Zunächst kategorisch ablehnend läßt sich Brunner dann aber doch breitschlagen und reist nach Guyana, wo er in Boros Gangsterkreisen immer noch eine gute Reputation genießt, da dieser nicht ahnt, daß der Agent einst seinen Vater zur Strecke gebracht hatte. Es gilt, nicht nur Boro zu stoppen, der im Besitz einer schmutzigen Atombombe ist, sondern auch eine zuvor eingeschleuste CIA-Agentin dort herauszuholen - und Brunner staunt nicht schlecht, als er in jener dort kickboxenden Lady seine Tochter Emma erkennt, die sich alles andere als damenhaft benimmt. Doch für Moralpredigten bleibt keine Zeit, denn Vater und Tochter müssen nun als gleichberechtigte CIA-Agenten zusammenarbeiten, was erwartungsgemäß einige Schwierigkeiten bereitet...
In der 8-teiligen Netflix-Serie Fubar tritt Arnold Schwarzenegger als leicht verschrobener, aber stets fokussierter CIA-Agent in einer seiner Lieblingsrollen auf, und wem das alles schon bekannt vorkommt, der vermutet richtig: der Plot von Fubar orientiert sich stark am 1994er True Lies - Wahre Lügen. Arnie ist inzwischen etwas älter geworden und darf folgerichtig nun Pensionist werden, zuvor aber muß er noch einmal als Geheimagent ran, wobei er seine ganze Routine ausspielen kann und muß, schließlich ist ein Familienmitglied in Gefahr. Dies erledigt der mittlerweile 75-Jährige mit der ihm eigenen Lässigkeit und einem meist ironischen Lächeln, spart dabei auch nicht mit reichlich Witzchen über sich selbst und trägt damit die Serie weitgehend allein, obgleich er sich als braver Teamworker stets mit seinen Kollegen arrangiert.
Dieses Team inkludiert nun eben auch seine Tochter, welche mit ihrem sie unbedingt heiraten wollenden Freund, vor allem aber mit ihrem eher konservative Ansichten vertretenden Vater gewisse Probleme hat, daneben unterstützen das Vater-Tochter-Duo im Hintergrund neben einem Schönling (dem Zeitgeist geschuldet) nun auch ein nerdiger Afroamerikaner (Milan Carter als Barry) und die schrille, entfernt an Hella von Sinnen erinnernde Lesbe Roo (Fortune Feimster), womit jene 5 völlig unterschiedlichen, sich permanent auch untereinander neckenden Charaktäre wohl eine klassische Besetzung für eine Komödie darstellen.
Spannung darf man sich insofern also keine erwarten, zumal die Rahmenhandlung auch unrealistisch übertrieben nur den Hintergrund dieser weltumspannenden Jagd darstellt: Boro kann in Guyana entkommen, will aber nach dem Verlust der ersten gleich wieder eine neue schmutzige Bombe bauen, weswegen er entsprechendes Material benötigt. So muss das Team dann als nächstes in einem Atommüll transportierenden Magnetschienen-Schnellzug(!) in Kasachstan intervenieren, worauf es dann in die Republik Moldau geht, wo kernenergiekundige Wissenschaftler abgeschirmt werden müssen. Dazwischen läßt Brunner sehr zum Unwillen seiner Tochter den Nebenbuhler um die Gunst seiner Frau ausspionieren, was zusätzlich für Zündstoff sorgt, denn für den (Fast-)Pensionisten ist dieses Thema genauso wichtig wie seine Agententätigkeit - so zieht sich die Action-Komödie dann über 8 Teile zu je etwa 55 Minuten dahin, läßt kaum ein Fettnäpfchen oder einen blöden Spruch aus und lebt doch weitgehend vom altersmilden Schwarzenegger, dessen mit einem Augenzwinkern angelegte Rolle nicht mehr von dessen (früherer) physischer Präsenz, sondern von dessen Rhetorik lebt. Trotzdem sich Arnie die Screentime mannschafts/frauschafts-dienlich mit den anderen teilt, kann das Dauerfeuerwerk von Gags und Pointen nicht darüber hinwegtäuschen, daß Fubar nur mit Arnie funktioniert und nur für ihn geschrieben wurde.
Fazit: Wer diese Form mit ein paar Schimpfworten und zotigen Andeutungen unterlegter, insgesamt aber kreuzbraver typischer US-Komödie mag, wird hier auf seine Kosten kommen, zumal Publikumsliebling Arnie wieder alle Register ziehen darf. Wer sich jedoch Spannung, ein Statement oder irgendetwas Neues abseits von reiner Unterhaltung um der Unterhaltung willen erwartet, geht leer aus. 5 Punkte.