In Zeiten von Filmen, wo allein die Spezialeffekte zig Millionen kosten, ist man immer wieder froh, wenn es Filme gibt, die sich auf ihren Ursprung besinnen und auf den ganzen Klimbim Drumherum verzichten. So macht es „Villmark“, ein spannender Horrorthriller aus Norwegen.
Ins Fernsehen zu kommen ist nicht leicht. So nehmen Lasse (Kristofer Joner), Per, Elin und Sara das Angebot an, in einer Realityshow des Produzenten Gunnar mitzumachen. Sie werden dafür gut bezahlt, doch die Sacher hat auch einen Harken. Weltliche Dinge dürfen nicht mitgenommen werden, das aus also für Handy, Zigaretten usw. Alle fünf ziehen zusammen in eine alte Hütte, die mal Gunnars Großvater gehört hatte.
Bei einem Ausflug entdecken Lasse und Per ein verlassenes Zelt, indem ein deutsches Paar gelebt haben muss. Laut Gunnar soll man sich von dem angrenzenden See fernhalten, welcher alles andere als geheuer ist. Ein in den See führendes Seil weckt die Neugier von Lasse und Per. Sie entdecken die Leiche einer Frau. Voller Panik melden sie es Gunnar, der aber will noch die vier Tage in der Einsamkeit verbringen, danach will er die Polizei einschalten. Die drei beschließen, trotz Spannungen untereinander, den beiden Frauen nichts zu sagen. Von da an schleicht sich eine merkwürdige Gestalt immer näher an die fünf heran und wird langsam zur Gefahr für alle...
Manchmal ist es doch so einfach. Man braucht keine ultrateuren Spezialeffekte, wenn man doch fast alles (zumindest in Norwegen) vor der Tür hat. Einen dunklen Wald, einen angrenzenden See, eine alte Hütte und fünf Schauspieler, fertig ist der norwegische Gruselfilm, der sich auch so bezeichnen darf.
Natürlich, die Idee ist nicht neu, aber wer jetzt schon nach einer Blair Witch Kopie schreit, sollte sich diesen Film mal ansehen. Natürlich orientiert der Film sich teilweise an oben zitierten Film ,dennoch gibt es hier nicht die ganze Zeit eine Wackelkamera, nur ganzen selten erleben wir die Schauspieler aus der Ich-Perspektive, und dann geht es auch schon richtig ab.
Der Film beginnt mit einer wunderschönen Aufnahme durch die Wälder Norwegens. Alles wirkt ruhig und friedlich, doch dies wird sich später ändern.
Der Film zieht seine Spannung komplett aus diesem dunklen Wald. Der Film spielt nur an maximal zwei Orten, die alte Hütte und das Zelt am See. Dies reicht schon aus, um dem Zuschauer einige Schockmomente zu präsentieren, denn selbst wenn man weiß, gleich wird doch wohl was passieren, man zuckt trotzdem zusammen.
Einen großen Anteil daran haben auch die Schauspieler. Dem deutschen Fan wird maximal der norwegische Star Kristofer Joner bekannt sein, der Rest ist zumindest in Deutschland unbekannt. Dennoch und vielleicht gerade deswegen hat der Film so eine Wirkung, den Schauspielern nimmt man ihre Rolle ab. Auch sind es hier nicht die blöden Teenager, die nur an das eine denken (na ja fast) und dem Killer regelmäßig in die Arme laufen. Natürlich ist der Film auch nicht ganz frei von Logiklöchern, aber so was verzeiht man gern, wird man doch blendend unterhalten. So setzt der Film auch nur auf kurze Schockeffekte, Blut oder Gewalt gibt es so gut wie gar nicht zu sehen. Damit stößt der Film in eine Rubrik Marke „Nightwatch“ oder „Midsommer“.
Ein Problem hat der Film doch, da Ende, welches einfach zu konstruiert wirkt. Bis zur finalen Auflösung sitzt man wirklich gebannt vor dem TV, nur um dann später „Ach, das war es schon?“ zu sagen. Ferner gibt es keine wirkliche Auflösung, so dass der Zuschauer sich teilweise noch selber überlegen kann, was wieso und warum.
Fazit: Schade, dass „Villmark“ am Ende so einbricht. Bis kurz vor Schluss hat man einen packenden norwegischen Horrorthriller, der in dem Bereich kaum Wünsche offen lässt, und dann wird dem Zuschauer ein 08/15 Ende spendiert nach dem Motto „Sorry, uns ist aber auch gar nix eingefallen, wie wir das zu Ende bringen könnten“. Dieser Wehrmutstropfen verhindert dann doch eine noch höhere Wertung, aber sonst bietet „Villmark“ alles, was man sich von einem skandinavischen Horrorthriller erhoff. Also es dunkel werden lassen, Licht aus und rein mit der DVD. Ein gruseliger Abend ist garantiert.