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Weihnachten kann der pure Horror sein. Zumindest wenn man sich auf dem Weg zum jährlichen Weihnachtsdinner, bei den (Groß-)Eltern, auf der dunklen Straße durch einen noch viel dunkleren Wald verfährt und von da an um sein Leben fürchten muss und dabei eigentlich gar nicht weiss warum. Genauso hanebüchen wie spannend führen uns nun die Regisseure Jean-Baptiste Andrea und Fabrice Canepa in ihrem Film "Dead End" solch ein Erlebnis vor Augen.

"Dead End" ist ein recht spannendes Filmchen für den gepflegten Horror-Hunger zwischendurch. Storymäßig darf man dabei allerdings nichts erwarten. Die Geschichte einer Familie, die sich, nach dem sich auf einer dunklen Straße verfahren haben, plötzlich in einem Kreis aus allerlei merkwürdigen und schrecklichen Vorkommnissen befindet, ist dünn, an den Haaren herbeigezogen und vollkommen banal und unlogisch. Ich würde sogar behaupten, dass diese Geschichte selbst gegen die mancher Slasher abstinkt.

Genauso dusselig wie die Story sind auch Dialoge und Handlung. Kein Klischee wird ausgelassen, jede Dummheit die irgendwo denkbar ist wird begangen. Belanglose, dümmliche Dialoge geben einem immer wieder Gründe sich die Haare zu raufen. Und auch die Charaktere sind wenig durchdacht und so durchsichtig wie eine blankgeputzte Glasscheibe.

Doch trotz aller Dämlichkeiten schafft es der Film durch die Bank weg spannend zu bleiben und kann auch für knisternde Atmosphäre sorgen. Allein schon die dunkle, nicht enden wollende Straße und die düstere Umgebung sorgen für wohlige Gänsehaut. Dazu die vielen mysteriösen Vorkommnisse, die bis zum Schluss für Rätselraterei sorgen. "Wer ist die weiße Frau mit dem Toten Baby?" "Was hat es mit dem schwarzen Wagen auf sich?" "Wieso sind alle Uhren um Punkt 19:30 Uhr stehen geblieben?" Und vor allem: "Warum, um Himmels willen, findet die Straße überhaupt kein Ende?" Die Antwort darauf kann man sich zwar schnell denken, doch so richtig sicher ist man halt doch nicht, weshalb die Spannung auch nicht abbricht.

Dazu kommt dann noch der phänomenale Score, der mal wieder zeigt, wie man einen Horror-Streifen optional zu unterlegen hat, damit Atmosphäre bis zum Schluss garantiert ist. Knackig, wohlklingend und an den entscheidenden Stellen auch immer genug brachial, dürfte mancher Horror-Anfänger schon durch die gruselige Musik an den Fingernägeln knabbern. Wirklich ein 1A Score!

Dafür enttäuscht allerdings das Ende wieder sehr, da es dann eben doch 100% genau die Lösung ist, die man erwartet hat. Zwar wird im Abspann dann noch einmal versucht, die gerade gegebene Lösung zu verschleiern, doch im Grunde ändert das auch nichts mehr. Auf jeden Fall hätte die Lösung wesentlich cleverer sein dürfen!

Was die Schauspieler betrifft, so spielen alle auf typischen Genre-Niveau. Sprich in keinster Weise Oscar-Reif, ja nicht mal sonderlich gut, aber für einen kleinen Film dieser Art allemal ausreichend.

Fazit: Genauso dümmlicher wie spannender Horror-Thriller, der zwar in punkto Story und Handlung fast noch dämlicher ist als wie viele seine Genre-Kollegen, aber durch seine atmosphärische Inszenierung (ich sag nur Score!) und Spannung bis zum Schluss, trotzdem einigermaßen überzeugen kann. Schade nur, dass die Lösung des Ganzen wieder einmal derartig billig ist und genau das ist, was man erwartet hat. Somit bleibt es ein typisches "kann sein, muss aber nicht"-Produkt, das im Endeffekt weder sonderlich überrascht, noch sonderlich enttäuscht.

Halt für den Grusel zwischendurch!

Wertung: 6/10 Punkte

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