Nach den durchweg positiven Kritiken war ich gespannt auf Christian Ulmen’s Kino-Debüt „Herr Lehmann“.
Trotz der anfänglichen Slapstick-Einlagen (bemerkenswert vor allem die „Star Wars“-Parodie) und umwerfender Situationskomik stellt sich schnell heraus, dass der Film nicht so einfach dem Genre der Komödie einzuordnen ist. Vielmehr stellt das Werk von Leander Haußmann („Sonnenallee“) im eigentlichen Sinne eine Großstadt-Ballade im Kneipen-Metier von Berlin-Kreuzberg kurz vor der Maueröffnung dar, die vor allem von der genialen One-Man-Show des beeindruckenden Hauptdarstellers lebt. Neben Ulmen begeistert Detlev Buck diesmal vor der Kamera als sein exzentrischer Freund Karl.
Das Ganze ist nett und auch schön anzusehen, wenngleich ich den großen Kick in den gut 100 Minuten leider vermisst habe, kommt die intensive Hauptstadt-Hommage doch ohne große Höhepunkte über die Runden. Dass der Streifen dennoch unterhält und keine Langeweile aufkommen lässt, liegt vor allem an dem hervorragenden Schauspieler-Ensemble und der natürlichen und realistischen Inszenierung, welche die Charaktere und Ereignisse jederzeit glaubwürdig und nachvollziehbar macht.
Obwohl wir es vielleicht anfangs nicht für möglich gehalten hätten, finden wir uns alle ein Stücken in Herrn Lehmann wieder – Und das macht die Stärke des Films letztendlich aus, die ihn aus der breiten Masse der zahlreichen Veröffentlichungen heraushebt!
(7 / 10)