Gähn.
Die Verfilmung von Sven Regeners erfolgreichem Roman "Herr Lehmann".
Christian Ulmen überzeugt, der Film ist 'ne Flasche Baldriantropfen. - Es wurde versäumt, die kuriose Gedankenwelt Lehmanns wiederzugeben und darüber hinaus wurden die besten Dialoge des Buches entweder wegrationalisiert oder sie verpuffen im schlechten Timing der Dialogregie (letzteren Begriff habe ich mal irgendwo aufgeschnappt).
Bei der Auswahl einiger Schauspieler hatte man ebenso kein gutes Händchen (Ulmen schlägt sich aber, ich deutete es schon an, recht wacker). Und so etwas wie die alberne Star Wars-Szene auf Amateurfilmer-Niveau gibt der Sache dann den Rest...
Mir hat Regeners Roman mit seinen drolligen Dialogen und Monologen und seinen Berlin-/ Kneipenszenen- und Typenbeschreibungen gut gefallen. Es gibt einige, die behaupten, es mangele dem Buch an Handlung, aber Milieuschilderungen und eine Liebesgeschichte erscheinen mir als Attraktionen durchaus ausreichend; ich erfreue mich an Regeners Sprache und Beobachtungsgabe, an Lehmanns Denke (manchmal herrlich starr in seinen Ansichten), es muss ja nicht immer gleich ein Jesus-Video auftauchen oder eine Lübecker Kaufmannsfamilie ihrem Untergang entgegentaumeln.
Dem Film werfe ich also auch nicht seine "mangelnde" Handlung vor, sondern dass es ihm nicht oder fast nicht gelingt, das Eigentliche des Buches, den hintergründigen Witz, wiederzugeben. - Verwunderlich, wie viele Verfechter dieser Film hat.
Regisseur Leander Haußmann, der immerhin den guten "Sonnenallee" auf dem Konto hat, und Drehbuchautor Regener (ja, tatsächlich, der hat das geschrieben) hätten sich ruhig noch etwas länger bei ein paar Becks (für dieses Bier wird im Film zweihundertmal Reklame gemacht) zusammensetzen sollen, um über die geeignete Umsetzung von "Herr Lehmann" zu sprechen.