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Um H.G. Wells „Krieg der Welten“ in angemessene Bilder zu verpacken, benötigte es schon einen Steven Spielberg, der das Ding 2005 für die große Leinwand umsetzte. Allerdings versetzte er die Handlung ins zeitgenössische Amerika, was für Regiedebütant Junaid Syed vielleicht ein Anlass war, die Geschichte wieder in Großbritannien anzusiedeln. Hinsichtlich der Protagonisten ist es jedoch eher Stoff für ein jüngeres Publikum geworden.

Die drei Astronomiestudenten Herb, Ogi und Hannah erspähen einen vermeintlichen Meteoriten. Am nächsten Morgen ist die Einschlagstelle bereits von der Polizei abgeriegelt. Als sich das Trieo etwas näher an den ungewöhnlichen Himmelskörper heranwagt, entsteigt diesem eine überaus feindselige Kreatur…

Wer sich an den 1898 erschienenen Stoff heranwagt, dürfte sich unweigerlich an den zahlreichen Verfilmungen orientieren und eventuell die Wirkung der Hörspielausstrahlung von 1938 erinnern, welche seinerzeit vielleicht nicht die oftmals zitierte Massenpanik, jedoch einige Irritationen und arges Unbehagen hervorrief. In der vorliegenden Variante bleiben die Figuren hingegen recht gelassen und neigen zu ungewöhnlichen Pausen, während die eigentliche Bedrohung durch die Invasoren eher beiläufig registriert wird.

Dabei gestaltet sich der Einstieg mit der Suche im nächtlichen Wald durchaus atmosphärisch und auch das Raumschiff ist ansprechend in Szene gesetzt. Gleiches gilt für die außerirdischen Wesen in Form der Tripods, die mit langen Tentakeln und drei dünnen Stelzen in ähnlicher Form schon einige Male zum Einsatz kamen und auch hier ihre Wirkung nicht verfehlen. Allerdings werden diverse Opfer mit Feuerstrahlen wie Papiermännchen pulverisiert, was den Schrecken ebenso verfehlt wie zerstörte Vororte, aus denen lediglich etwas Rauch aus der Distanz erkennbar ist.

Dennoch punktet die zuweilen apokalyptisch anmutende Szenerie, die aufgrund ausbleibender Statisten die Endzeitstimmung umso mehr untermauert. Anstatt auf Konfrontationen und Fluchtmomente zu setzen, schickt die Geschichte das Trio kreuz und quer durchs Land, wobei das eigentliche Ziel nie definiert wird, zumal dieses aus rein strategischen Gründen stets wechselt. Man trifft auf einen überlebenden Soldaten, auf einen durchgeknallten Priester und so ist zumindest ein wenig Abwechslung gegeben.

Allerdings erscheint das Trio nur bedingt sympathisch, viele Dialoge wirken reichlich hölzern oder ergeben am Ende nur wenig Sinn und letztlich wird noch das Teamplay auf eine harte Probe gestellt, um überhaupt ein wenig Konfliktpotenzial einfließen zu lassen.
Denn die Aufeinandertreffen mit den Invasoren bleiben zu sehr außen vor, wodurch sich die Szenerie der Dringlichkeit beraubt, die sie eigentlich benötigt hätte, um aus der Geschichte einen Sog zu entwickeln, der auch emotional in Beschlag nimmt.

Dazu gesellen sich allenfalls mittelprächtige Darstellerleistungen, eine während der Temposzenen arg wackelige Kamera, jedoch ein stimmungsvoller Score, der das Treiben ein wenig aufwertet. Nach der opulenten Umsetzung von Spielberg hätte es diese Variante eher nicht gebraucht, zumal der Stoff zu keiner Zeit in die Tiefe geht und sich darüber hinaus viel zu ernst nimmt, um Raum für Auflockerungen zu bieten.
Ein harmloses Sci-Fi-Abenteuer, welches angesichts geringen Budgets passable Effekte liefert, jedoch trotz der kurzen Laufzeit von 87 Minuten nie zum Mitfiebern einlädt.
4,5 von 10



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