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Zahlreiche kleine, aber feine Comedy-Nebenrollen qualifizierten den SNL-Komiker Will Ferrell schließlich für eine erste große Hauptrolle und die fand der Multitaskingkünstler in einem typischen Weihnachtsfilm, „Elf“, der sich zum Überraschungshit an den Kinokassen mauserte.

Ferrell, grundsätzlich Sympath, großes Kind, Slapstickkünstler und Großmaul in einer Person, spielt sich dann auch in jeder Produktion die Seele aus dem Leib, doch nach Begutachtung fällt es schwer zu glauben, dass sich ausgerechnet diese eher blasse typische Weihnachtsrproduktion in einen Blockbuster verwandelte.
Der Komiker spielt einen Menschen, der aufgrund einer Einschmuggelung in den Sack des Weihnachtsmann als Baby, am Nordpol zwischen den Geschenkelfen aufgewachsen ist und sich nun in die reale Welt aufmacht, um seinen Vater kennen zu lernen und Santa Claus vor dem Vergessen zu bewahren.
So weit – so sentimental, wenn das Ergebnis dann auch noch eine geschlossene Komödie ist. Doch „Buddy – der Weihnachtself“ schwankt unentschlossen zwischen allen Stilen hin und her.

Buddy selbst ist ein immer fröhlicher Naivling und es ist Ferrells verschmitztem Krümelmonsterhumor zugute zu halten, das er dem Zuschauer nicht furchtbar auf den Sack geht. Doch alles in allem vereint der Film zu viele Stile und Handlungsstränge: da ist ein bißchen Love-Story, ein bißchen Familienzusammenführung, James Caan müht sich sichtlich um Gegensatzkomödie und etwas Fantasy-Santa-Plot mußte ja auch noch herhalten, damit im Finale etwas los ist.

Das ist im besten Falle recht amüsant, geschlossen oder durchgängig komisch ist es jedenfalls nicht – zumindest wenn man über zwölf Jahre alt ist. Talent hin oder her – bei aller Süßlichkeit im Weihnachtsgeschäft müssen solche filmischen Nichtigkeiten auch überzeugend abgeliefert werden, doch dafür springt das Skript einfach zu unentschlossen über alle Steine.

Was am Schlimmsten ist: Ferrell ist von guten Gags abhängig, doch hier ist mehr Masse als Klasse, es fehlt sowohl das Exzessive, das Carrey berühmt gemacht hat, wie auch die Entwicklungsfähigkeit anderer Komödianten wie Vaughn oder Stiller. In einzelne Sequenzen zerlegt ist das sicher recht komisch, aneinander gereiht folgt Kindlich(Kindisch-)keit auf Slapstick, dann wieder absurde Komik, Familien- und Menschenweltnaivität und dann alles von vorne.

Das provoziert bei uns allenfalls ein freundliches „Schön, und was soll das alles?“, die Amis fahren möglicherweise total darauf ab. Das Finale ist dann zwar nicht total verkitscht geraten, zählt aber auch nicht unbedingt zu den Schlußszenen, an die man sich zu Neujahr noch gniggernd erinnern kann, mehr eine Komplettierung als ein festlicher Höhepunkt.

Ergo fehlt noch der definitive Beweis, daß Ferrell eine solche Komödie wirklich allein tragen kann, „Elf“ ist mehr Vehikel als wirklich gelungen – und daß sich bei der hier vertretenen Tendenz, jede Mahlzeit mit Sirup zuzuschütten noch nicht die Zahnarztgewerkschaft beschwert hat, die größte Überraschung. Mäßige 5/10.

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