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Jahr für Jahr zu Weihnachten: Dutzende von Weihnachtsfilmen laufen sowohl im Fernsehen, als auch im Kino! Neben "Tatsächlich...Liebe" und "Bad Santa", hat vor allem ein Film dieses Jahr eingeschlagen, wie eine Bombe: "Buddy der Weihnachtself" Schnell war die 100.-Mio.-Einspielmarke überschritten und Hauptdarsteller Will Ferrell wurde endgültig zum Top-Komiker. Zumindest in Amerika. Außerhalb der Staaten dürfte der Streifen allerdings ziemlich untergehen! Will Ferrell ist sonst kaum bekannt und vor allem der Film selbst, ist leider eher enttäuschend ausgefallen!

"Buddy der Weihnachtself" hat im Grunde eine recht passende Weihnachtsstory zu bieten, die in solch quietschbunte Familienunterhaltung passt, wie die Faust aufs Auge! Die Geschichte um einen Menschen, der 30 Jahre lang beim Weihnachtsmann als Elf aufgezogen wurde und sich dann auf die Suche nach seinem Vater macht, ist hübsch ausgedacht und kann gefallen.

Vor allem am Anfang könnte man auf Gelingen des Filmes setzen. Die Weihnachtsmann-Welt ist (natürlich) zuckersüß, bunt und mit viel kindlicher Fantasy erstellt worden, ganz so, wie man es von solch einem Film erwartet. Ausstattung, Kostüme, Kulissen, alles in Perfektion und mit viel Liebe zum Detail erstellt. Sogar einige niedliche Animationen wurden eingefügt. Für 10 Minuten ist eine wohlige Weihnachtsatmosphäre im ganzen Kino zu spüren.

Doch schon hier merkt man, woran es dem Film am meisten krankt: (!)Hauptcharaktere Buddy(!). Selbst als ausgewachsener 30 jähriger Mann ist Buddy noch ein Kind und so verhält er sich auch. Das mag in den ersten Minuten noch ganz witzig sein, doch viel zu schnell nervt das Ganze. Vor allem dann, wenn Buddy sich in New York, auf die Suche nach seinem Vater macht. Das Buddy-Niveau ist nämlich kein normales Kinder-Niveau mehr, sondern Kleinkinds-Niveau. Andauernd brüllt, quengelt, quietscht der dusselige Buddy herum und geht einem gehörig auf den Geist. Ununterbrochen macht er Blödsinn, spielt minutenlang mit der Drehtür eines Einkaufscenters oder macht trotteligen Quatsch. Zwar gibt es hier und da einige echte Brüller (wie z.Bsp. die großartige, unglaublich schräge, Schneeballschlacht) aber meistens bleibt es flach, nervt und ist einfach unglaublich peinlich! Hier wäre weniger (zu) kindliches Getue deutlich mehr gewesen!

Erst zum Ende hin kriegt sich Buddy wieder ein. Doch nun wird die, "Weihnachtsfilm-übliche" Moralkeule ausgepackt und wir werden dran erinnert, immer lieb unter einander zu sein und den Sinn des- und den Glauben an das Weihnachtsfest nicht zu vergessen.
Gott sei Dank, hat man hier das Ganze aber noch in einem ganz erträglichen Rahmen belassen und nicht so ausufern lassen, wie bei manch anderem Genre-Vertreter.

Schauspielerisch gesehen, gibt es nicht allzu viel zu berichten. Will Ferrell macht seine Rolle ganz gut und spielt überzeugend, auch wenn das bei dem Charakter nicht so schwer fallen dürfte. Trotzdem gefällt er mir als Obertrottel Steve Butabi, in der Disko-Comedy "A Night at the Roxbury", wesentlich besser.
James Caan, als leiblicher Vater von Buddy, bleibt leider durchgehend unterfordert und auch die restlichen Darsteller spielen (mal mehr, mal weniger) auf durchschnittlichem Niveau.

Gelungen ist dagegen die Musikuntermahlung. Die rockigen X-Mas-Klassiker passen einfach zu gut und gefallen durchgehend, genauso wie der weihnachtliche Score!

Fazit: Typisch amerikanische Weihnachtsfamilienkomödie, die leider an seinem, für diesen Film, viel zu hohem Kleinkind-Niveau krankt. Albern, kindisch und ohne Sinn für Feingefühl inszeniert, kann man die wenigen Brüller-Gags, unter viel zu vielen Blindgängern, an einer Hand abzählen! Kinder, sowie wohl viele Amis, werden ihre helle Freude daran haben, die meisten "Großen" werden aber meist nur den Kopf schütteln! Ein toller Anfang, der gute Hauptdarsteller, großartige Kostüme, die nette Ausstattung und der gelungene Soundtrack, retten den Film aber insgesamt, gerade noch so, ins Durchschnitts-Feld!

Dann lieber doch "Der Grinch"!

Wertung: 5/10

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