Review

Naja, überhaus spannend war diese Thrillerserie dann nicht. Aber sensibel inszeniert und glänzend gespielt. Jennifer Garner und Nikolaj Coster-Waldau spielen ein verliebtes Paar, noch gar nicht so lange verheiratet, er brachte die mürrische Teenager-Tochter seiner verstorbenen Frau mit in die Ehe. Er ist IT-Fachmann, sie Holz-Künstlerin. Nach kurzem Intro ist dann Er plötzlich verschwunden. Sie erhält einen Zettel, auf dem nur steht: "Beschütze Sie". Vor der Firma ihres Mannes fährt das FBI vor, sein Boss wird verhaftet, nähere Informationen sind nicht erhältlich. Dann erhält die Tochter eine Tasche mit einer halben Million Dollar in Bargeld und einen Abschiedsbrief des Vaters. Es scheint so, als habe sich Er vor den FBI-Ermittlungen abgesetzt, da war wohl ein größerer Börsenmanipulations-Betrug gelaufen. Aber Sie will daran nicht glauben und sie hakt nach. 

Als in der zweiten Folge ein U.S. Marshall auftaucht, ist dem Zuschauer schon klar, worum es hier geht. Dieses Lichtlein der Erkenntnis dauert bei unserer Hauptdarstellerin allerdings bis zur sechsten Folge. Erinnerungsfetzen und vagen Indizien folgend, begibt man sich samt Stieftochter nach Austin in Texas um mehr über die Vergangenheit herauszufinden. Großer Fehler, denn hier weckt man schlafende Hunde.

Und kurz darauf ist auch bald Schluss. Nein, ein Spannungsmonster ist das nun nicht geworden. Und im Gegensatz zu den Protagonisten weiss sonst Jeder, dass Er im Zeugenschutzprogramm war und untergetaucht ist, um durch die FBI-Ermittlungen nicht aufzufliegen. Was die Serie aber doch recht sehenswert macht, ist die gute Inszenierung und eine toll aufgelegte Jennifer Garner, die wirklich sehr sympathisch rüberkommt. Und auch wenn es wenig Thrill gibt, ist es doch sehenswert, wie Stiefmutter und -tochter versuchen, das Puzzle um seine Identität zu lüften. Das Ende kommt ganz ohne Gewalt aus, ist aber ganz gut gemacht.

Abgesehen von der handwerklichen Güte spielen hier Coster-Waldau und David Morse mit. Diese Schauspieler sollten immer ein Grund fürs Einschalten sein, wenngleich Coster-Waldau aufgrund seines Verschwindens nur in Erinnerungen vorkommt und David Morse als Gangsterboss erst zum Ende hin die Bühne betritt.

Insgesamt war die Serie ok, mehr was fürs Nachmittagsprogramm, komplett ohne Gewalt oder Action, aber gut geschrieben und gedreht. 

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