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Wahrscheinlich gibt es im Hause Asylum bestimmte Vorgaben, eine gewisse Qualität von Effekten nicht zu überschreiten, allein, um den schlechten Ruf der Produktionsschmiede zu wahren. Dass nach unten alle Grenzen offen scheinen, untermauert Regisseur Jared Cohn mit seinem Katastrophenfilm hingegen eindrucksvoll.

Umweltexpertin Molly und ihre beiden Sprösslinge wollten eigentlich nur eine Forschungsstation auf Hawaii besuchen, als das Forscherteam ungewöhnliche seismische Aktivitäten registriert. Als gleich mehrere Vulkane ausbrechen, kann das schlimmste zunächst verhindert werden, doch ein weiterer Massenausbruch steht unmittelbar bevor…

Nach weniger als zwei Minuten Laufzeit sind bereits die ersten Verfehlungen in Sachen Effekte auszumachen, die sich wie ein Lavastrom durch die komplette Inszenierung ziehen.
Während diverse Magmakammern noch einigermaßen ansehnlich gestaltet sind, offenbart der Rest eine kollektive Farce. Selbst Fluchtszenen mit einem Jeep im Lavagebiet sind größtenteils computeranimiert, was aus der Vogelperspektive besonders deutlich wird, da sich das Fahrzeug wie auf Schienen fortbewegt und selbst in steilen Kurven nicht einmal driftet.

Zwar mutet die Landschaft einigermaßen exotisch an, doch sobald selbige mit Magma überzogen wird, ist es mit der Glaubwürdigkeit dahin. Selbst einfache Drohnen wurden schlampig in die Szenerie geworfen, einzig einige Helikopter aus Archivmaterial sind okay eingearbeitet.

Immerhin taugt das Figurenkollektiv, obgleich eine selbsternannte Klima - und Umweltschützerin mit augenscheinlichem Lifting nicht gerade zur Authentizität beiträgt. Natürlich geht es anbei um Familienzusammenführung, ein vermeintlicher Förderer liefert im Verlauf den eigentlichen Grund für die ungewöhnlichen Ausbrüche und es gibt Menschen, die mit überdurchschnittlich langen Fingernägeln sogar eine Computertastatur bedienen können.
Leider wird zwischenzeitlich zu lange taktiert und die Außenszenen werden sträflich vernachlässigt, wobei die dazugehörige Action kaum der Rede wert und oftmals von dummen Dialogen umgeben ist. Etwa, als zwei aus einem Auto klettern, welches komplett von Lava eingeschlossen ist: „Sei vorsichtig. Es ist wirklich heiß!“ Zehn Sekunden später bestätigt die andere: „Es ist tatsächlich heiß!“.

Darstellerisch wird weitgehend tauglich geliefert, der Score treibt latent an, doch storytechnisch reiht sich eine Unwahrscheinlichkeit an die nächste und liefert anbei zu selten Spannung. Und wenn es innerhalb der Ausstattung bereits an vermeintlich feuerfesten Anzügen mangelt, die wie Jogginganzüge vom Discounter aussehen, lässt sich erahnen, auf welches Niveau man sich herablässt.
3,5 von 10

 


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