Der Jugendliche Elias Storm trifft in einem Internat ein, dort wo hinter mittelalterlichen Mauern amerikanische Reiche ihre unliebsamen Kinder unterbringen. Die Bewohner sind schnell erfasst, da es sich zum einen nur um ganze 10 Personen (inklusive Angestellten) handelt und zum anderen die Abziehbildchen von Charakteren alle Klischees erfüllen. Zunächst lernt er seinen netten Zimmerkollegen kennen, dann den bösen Mitschüler Burke mit seinen Schergen und schließlich die Leiterin Mrs. Greynitz, ihres Zeichens Hausdrachen sowie ihre Tochter Elizabeth, Sexinterest aller Schüler. Fehlt nur noch der Theologe, schließlich muss ja irgendwer mit blödsinnigen Thesen zu unheimlichen Ritualen ankommen, wenn sich Elias Vorfahr aus genau jener Gegend als finsterer Satanist entpuppt. Tja, dann wäre da noch der namensgebende Talisman, der wie ein Kitschfeuerzeug vom letzten Kneipenbummel aussieht und nicht zu vergessen der Dämon, beide mit albern rotleuchtenden Augen. Überflüssig ist es eigentlich, zu erwähnen, dass Elias trotz strengsten Verbotes Kontakt mit Elizabeth aufnimmt, aus der die deutsche Synchro übrigens eine geistig Zurückgebliebene macht. Ähnlich wie die "Subspecies"-Reihe teilt diese billige US-Produktion das Schicksal, im Ostblock abgedreht worden zu sein, doch der fehlende Etat für eine bessere Ausstattung ist hier merklich deutlicher als bei Ted Nicolaous Vampirreihe ausgefallen. Der unnütz wirr erzählte Plot reißt das auch nicht gerade heraus, da wird noch schnell etwas Millenniumsparanoia eingestreut und der Theologe wird ganz nervös. Die kommenden Armeen Luzifers vor seinem geistigen Auge reicht es zumindest dem Dämon mit den schlecht einkopierten Leuchtglubschern (schlechteres gab es nur bei Fulci), der immerhin das ein oder andere dampfende bzw. brennende Herz rausreisst, ansonsten käme dieser Käse gut im Kinderprogramm unter. Spannend ist "Talisman" zu keinem Zeitpunkt, atmosphärisch bewegt man sich im Bereich Fantasy-Horror in Billigoptik. Das pseudomystische Geschwafel, das schließlich noch etwas Sinn hineinbringen soll, ist einfach peinlich, wer glaubt da schon an "Böse sein", wie es heißt. Angeblich ist auch "Das Tor zur Hölle" mit im Spiel, das kennt von den Beteiligten wohl keiner, nicht mal von weitem. Ein weiterer belangloser Streifen von David DeCoteau ("Creepozoids").
Fazit: Billiger Dämonenkitsch mit einigen Herzreißereien, doch ohne jedes Herzblut gedreht. Typisches C-Movie aus dem Hause Full Moon. 2/10 Punkten