Hier haben wir mal wieder einen Django Vertreter, der mit Django absolut nichts zu tun hat.
Die Story passt im Grunde auf ein Blatt Papier:
Django will seinen Bruder rächen, der von vier Schurken hinterhältig getötet wurde.
Tja, wie schneidet der Film ab? Sicher haben wir hier keine überragende Perle des Italo-Western Genres, aber der Film hat seine Momente und den ein oder anderen Kniff, der ihn doch ein wenig über den damals heruntergekurbelten Einheitsbrei hebt.
Robin Clarke als Django macht eine solide Figur, wenn er auch keine besonderen Akzente setzen kann. Ab und an erinnert er ein wenig an einen kleinen Bruder des grandiosen Steve McQueen, allerdings eher auf optischer Ebene und nicht ansatzweise im Bezug zur schauspielerischen Leistung. Clarke ist der Hauptdarsteller, kann aber nicht wirklich überzeugen.
Der Film ist recht interessant aufgebaut. Im Grunde arbeitet sich Django von einem Endgegner zum nächsten. Dazwischen gibt es kaum Leerlauf oder abweichende Handlungselemente. Natürlich wird Django beim zweitletzten Schurken genretypisch gefangen genommen und muss mal wieder einige Schmerzen über sich ergehen lassen (allerdings ist das recht unstimmig, da Django davor recht überlegen an die Gegner heranging und hier ziemlich stupide in die Falle rennt und auch noch später, ohne jegliche Erklärung, dem Rest der Bande entkommen kann).
Nun ja, die Gegner sind recht abwechslungsreich dargestellt (ein Ranchbesitzer, ein Pokerspieler, ein "Priester" und zum guten Schluss der von Gold und Blondinen besessene Thomas Milian). Milian diesmal im Albinogewand, der fiebrig und besessen spielt und immer knapp vor der Overacting steht. Gesprochen wird der Gute von Harald Juhnke, der hier der Figur nochmals einen zusätzlichen, positiven Schub auf den Weg gibt. Allerdings geht auch Milian Django zu blauäugig in die Falle, kann sich allerdings nochmals losreissen...
Die Inszenierung ist durchweg routiniert, kann aber eben auch hier keine Akzente setzten. Ab und an verwirrt sich eine schöne Kameraeinstellung oder Kamerafahrt in das Geschehen, das war es aber auch schon.
Der Soundtrack ist sehr "eigen" und eher eine Mischung aus Western- und Krimisounds, aber auch hier bleibt kaum etwas beim Zuschauer haften. Dazu gesellen sich ab und an Anschlussfehler, bzw. eine holprige Inszenierung, was allerdings nicht großartig ins Gewicht fällt.
Das Gimmick, das Django nur Milch trinkt, sollte dem Ganzen wohl eine locker Note verleihen, der Sinn hat sich mir allerdings nicht erschlossen (auch wenn er erwähnt, das er mal zuviel Whiskey hatte - Wasser hätte es sicher auch getan). Ein kurzer zwischenmenschlicher Funke mit dem weiblichen Geschlecht wird in der nächsten Szene schon wieder zerstört, hätte man sich fast sparen können.
Zusammenfassen bleibt zu sagen, das "Django - Unbarmherzig wie die Sonne" ein netter Spaghetti-Western ist, der ein wenig über dem Druchschnitt der damaligen Westernproduktionen schwimmt. Leider kann der Hauptdarsteller, der den Film eigentlich tragen soll, nicht ganz überzeugen. Dafür hält sich der Western nicht groß mit Nebensächlichkeiten auf und kommt eigentlich immer gleich zum Thema: Die Rache an den Mördern von Djangos Bruder. Für Genrefans auf jeden Fall eine Blick wert. Ein wenig schade, da doch einige gute Darsteller vorhanden gewesen wären, aber aus der simplen Story nicht allzuviel herauszuholen ist.