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Wenn man nicht gerade in einem solchen arbeitet, ist das Krankenhaus kein Ort, an dem man sich gerne oder gar lange aufhalten möchte. Außer vielleicht, es handelt sich bei der Lokalität um einen Lost Place, der zu einer gruseligen Entdeckungsreise einlädt. Autor und Regisseur Michael Winnick hat für seinen Horrorthriller ebenfalls ein Hospital gewählt, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht.

Nach einem Autounfall erwacht Sam (Jonathan Rhys Meyers) mit leichten Verletzungen im Krankenhaus. Vom Personal ist nichts zu sehen, doch gerade als er sich aus seinem Krankenbett erhebt, geht ein Greis auf ihn los, der eben noch im Koma lag. Auf seiner Erkundungstour trifft Sam auf weitere Personen, die ähnliches erlebt haben. Verzweifelt sucht man nach einem Ausgang…

Die erste Phase macht richtig Lust auf mehr, zumal es binnen weniger Minuten bereits munter zur Sache geht. Ebenso zügig nähert man sich den Gefilden eines Mindfucks an, der anfangs einige Möglichkeiten eröffnet: Personen verschwinden urplötzlich, Tote tauchen wieder auf und man mag die Gegner selten einzuschätzen, die irgendwo zwischen Zombie und dämonischer Besessenheit zu agieren scheinen. Die isolierte Situation wird verstärkt durch völlige Dunkelheit außerhalb des Gebäudes und die Tatsache, dass kein Kontakt nach außen möglich scheint.

Zwischenzeitlich werden einige Flashbacks aus diversen Perspektiven bemüht, um etwaige Hintergründe der Figuren zu durchleuchten, während sich Sam nie sicher sein kann, wem er überhaupt vertrauen kann, zumal er sich kaum seiner eigenen Wahrnehmung gewiss sein kann.
Leider variieren die Bedrohungen im Verlauf kaum. Es gibt ein paar nahezu gesichtslose Gestalten, einen bedrohlichen Hünen von Pfleger und das fast schon obligatorische kleine Mädchen in einem langen Flur, doch spätestens in der finalen Phase ist viel Redundanz vorzufinden.

Dazu tragen auch die Räumlichkeiten bei, die auf Dauer eben wenig Abwechslung liefern, was durch die allenfalls zweckdienlich arbeitende Kamera noch unterstrichen wird. Es mangelt an inszenatorischer Finesse und auch inhaltlich hat man ab der Mitte einige klare Hinweise beisammen, worauf die Chose im Endeffekt hinauslaufen könnte.
Immerhin sind mit Rhys Meyers, Lochlyn Munro und Garry Chalk ein paar halbwegs bekannte Gesichter am Start, welche durch die Bank passabel performen und auch der Score müht sich um eine angemessene Stimmung.

Bei der knackigen Laufzeit von 84 Minuten entstehen zumindest keine Längen, es gibt ein Minimum an Action und Blutvergießen und eine ganze Weile hält das Rätselraten um eventuelle Hintergründe bei Laune. Obgleich die Auflösung im Verlauf erahnbar wird, liefert die Mischung aus Fiebertraum, Vorhof zur Hölle und Apokalypse bei geringer Erwartungshaltung hinsichtlich kreativer Ausschweifungen okaye Unterhaltung.
6 von 10

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