Marvel, DC, DCU oder sonst eine Industrie, haben ihre Assets schon längst verspielt Kein Schwein kennt sich mehr aus, einen Überblick, einen Sinn gibt es nicht mehr. Außer Produktion und Geld.
Eigentlich wäre ich der Letzte gewesen, welcher sich "The Flash" zu Gemüte geführt hätte, aber ich tat es. Und dies hatte nur einen Grund. Michael Keation.
Ich bin zwar erst 40 Jahre alt, doch wuchs ich damals noch mit den alten 60er-Batman-Serien auf. Ich fand sie lustig, unterhaltsam. Klar waren sie aus heutiger Sicht billiger Schrott, doch als Kind ist so Etwas einzigartig, wenn man nur zwei Kanäle empfangen kann, und das Alternativprogramm der "Seniorenclub" ist. Anfangs musste ich sie sogar noch in Schwarzweiß sehen, da sich meine Eltern keinen neuen Fernseher leisten konnten. Am Ende sah ich sie in Farbe. Dann legte sich eine Ruhe über Batman. Superman sah ich damals nie. Den fand man damals nicht im TV, lediglich in der Videothek [Erklärung: Ein Ort, an dem man Filmproduktionen noch schätzte und wochenlang warten musste, bis man sich eine Kopie davon ausleihen konnte.]
Umso mehr war ich als 12jähriger begeistert, nach monatelanger Wartezeit endlich "Batman" 1989 sehen zu dürfen. Ich konnte von diesem Streifen nicht genug bekommen, ich musste ihn immer und immer wieder sehen. Michael Keation, Jack Nicholson, der Soundtrack, eine andere Art, Batman filmisch darzustellen als in den mir bekannten Serien, war einfach atemberaubend.
Die Fortsetzungen, abgesehen von "Batman Returns" waren ein Irrsinn im negativem Sinne. Schlecht. Nolan's Trilogie war OK. Meiner Meinung nach wurde diese Trilogie überbewertet. Hier sind nur Heath Leadger in einigen wenigen Szenen und Anne Hathaway positiv herauszuheben.
Und dann begann ein unerträgliches Chaos. "Meinen Batman" gab es nicht mehr. Superman trat auf, Aquaman, die gesamte Justice League, änderten das Universum, nämlich jenes der Realität, welches Batman im Vergleich zu anderen Superhelden auszeichnete, und zerstörte mein Weltbild. Mein Bild von Batman.
Zwischenzeitlich trat auch noch "The Batman" in Erscheinung, eine mittelmäßige Interpretation, jedoch mit Potential.
Und dann erscheint "The Flash". Der einzige Grund, warum ich ihn sehen wollte war Batman. DER Batman. Ja, den gab es. Kurze Sequenzen brachten einige Sekunden von schönen Erinnerungen. Doch vorhin erscheint Ben Affleck, am Ende George Clooney.
"The Flash" selbst ist die erste Stunde recht unterhaltsam. Seichtes Programm für zwischendurch. Und dann geht es los. Effekte, Effekte, Effekte. Null Handlung. Vollkommen uninteressant. Der Auftritt von Michael Keation war toll, doch hat in einem solchem Streifen nichts verloren. Diese Einbindung war unnötig und hätte viel eher einen Auftritt in einem "neuen Batman" verdient, einer wirklich adäquaten Fortsetzung von 1992. Michael Keation kann es offenbar noch, doch hier wird "Mein Batman" verbraten.
"The Flash" hat weder Hand noch Fuß. Natürlich wird er seine Zielgruppe finden, doch diese werden ihn nach Sichtung innerhalb von ein paar Stunden wieder vergessen haben. Viele von ihnen werden ihn gar nicht gänzlich mitbekommen haben, viel zu sehr war das Smartphone präsent.
Ich habe mir seinerzeit auch "Batman vs Superman" und "Justice League" gegeben. Sie werden ihre Fans haben, doch all dise Verfilmungen sprechen eher die Bewohner der "Bing-Bang-Theory-WG" an, als den Ottonormalseher.
"The Flash" schließt hier beinhart an und liefert ein Computerspiel auf der Leinwand, sofern man ihn im Kino gesehen hat.
Ich find es nicht einmal schade, da er offenbar das Gros unserer heutigen Jugend und die "Nerds" ansprechen wird. Sie zahlen 12,50 EUR für eine Kinokarte, 8 EUR für Popcorn, um zwei Stunden lang einem Computerspiel zu folgen. Unter der Einbindung "meines Batmans".
Es wird wohl einen Grund geben, weshalb sie die fast vollende Produktion von "Batgirl" gestampft haben. Es gab ihn nie. Als Entschädigung wurde Brandon Fraser, welcher hier den Bösewicht Clayface spielte, mit einem Oscar belohnt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass "Batgirl" schlechter gewesen wäre als "The Flash". Mist. Einfach nur Mist. Man kann Universen nicht vermengen, schon gar nicht zeitlich und einer solch grassen Form, dass man spätestens nach der unterhaltsamen ersten Stunde aussteigt.
Eine Fortsetzung von "Batman 1989" wird es natürlich nicht geben. Robin Williams ist tot, Catwoman verbraucht, der Joker langweilig, Two-Face kennt kein Schwein mehr.
Auf "The Batman 2" mit Pattinson brauche ich gar nicht mehr hoffen, da auch dieser mich enttäuschen wird. Sie haben die Rolle des Riddlers dermaßen verunstaltet, Catwoman gendergerecht mitgeschleift und den Pinguin wahrlich vergewaltigt. Und über diesen auch noch eine eigene Serie produzieren.
Mit Batman habe ich abgeschlossen, "The Flash" interessiert mich nicht. Wenn sich alle vier oder fünf gemeinsam vergnügnen, wird es noch schlimmer. Ich benötige auch nicht den einsamen Wasserschwimmer, hier sehe ich lieber die misslungene Neuverfilmung von "Arielle". Superman kann auf Krypton oder irgendwo Anders bleiben und Supergirl kam gottseidank zum erliegen, sofern ich dem schnellen Schnitt folgen konnte.
Meine einzige Hoffnung ist noch "Joker 2". Er hat gottsdank Nichts mit diesen dummen, blöden Universen zu tun, er wird länger im Gedächtnis bleiben und die Besetzung ist top.
FAZIT: Wahrscheinlich bin ich nicht der Richtige, um über eine solche Art von Filmen zu urteilen. Aber ich urteile, weil ich ihn wegen Michael Keaton sehen musste. Er ist schlecht. Grottenschlecht. Für "Nerd", welche sich auch im Alltag gerne als Aquaman oder Superman verkleiden, so ist er wahrscheinlich ein Jahresereignis. Für den Durchschnittsseher, mit ein wenig Hirn, sicherlich nicht.