Rückblende als Einleitung. Der Film positionierte sich spät, zu spät in der ständig wachsenden Reihung von ähnlich gestrickten Produktionen aus dem Hause DC und Marvel, er hatte schon vorher mit Umarbeitungen zu kämpfen, die stets angepasst werden mussten, um innerhalb des eigenen Universums funktionieren zu können, und er hatte einen Hauptdarsteller, der bewusst oder unbewusst permanent für schlechte Nachrichten um seine Person zu sorgen schien, vielleicht ein Ruf nach Hilfe und/oder nach Aufmerksamkeit. Auf der Habenseite und gleichzeitig nachteilig war die Figur, die Titelrolle bereits etabliert, nicht bloß um Fernsehen, wenn auch (logischerweise) von einem anderen Darsteller verkörpert, sondern auch in den Animationsfilmen und den vorherigen DC-Werken; zudem hatte man mit Michael Keaton als ersten Besetzungscoup (der zweite folgt kurz vor dem Abspann) den 'originalen', also uns bekannten Kino-Batman, wenn man denn Adam West nicht mitzählt. Die Geschichte selber folgt stark auf Man of Steel (2013), und zwar so stark, dass man beide zur selben Zeit sehen könnte, das Flashpoint Paradox (2013) mit seiner Parallelwelt, den temporalen Paradoxa und Kausalschleifen, man hätte den Film auch Man of Steel 2 oder 1.5 oder 0.5 nennen können, wäre alles gegangen, das Werk gehört vor allem deswegen mit zum Kanon, weil die Grundidee gelungen ist und seine eigene Tradition aufbaut, obwohl man andere Werke nachahmt, fast wie interaktiv mit ihnen spielt:
Nachdem er Batman [ Ben Affleck ] und Wonder Woman [ Gal Gadot ] geholfen hat, einen sich extrem ausweitenden Raubüberfall in Gotham City zu verhindern, besucht der als 'The Flash' bekannte Barry Allen [ Ezra Miller ] zur Erinnerung und Besinnung sein Elternhaus, in dem er bis zur Ermordung seiner Mutter Nora [ Maribel Verdú ] und der fälschlichen Verhaftung seines nunmehr inhaftierten Vaters Henry [ Ron Livingston ] lebte. Überwältigt von den eigenen Emotionen reist Barry durch seine Speed Force an den Vortag des Mordes zurück, wobei er in einem alternativen 2013 ankommt, in dem nicht nur seine Mutter noch lebt, sondern er auch seinem früheren Ich [ ebenfalls Ezra Miller ] begegnet; und feststellen muss, dass gerade General Zod [ Michael Shannon ] mitsamt seiner Stellvertreterin Faora-Ul [ Antje Traue ] die Erde zu übernehmen droht. Es gibt keinen Superman, dafür aber Supergirl Kara Zor-El [ Sasha Calle ], und Bruce Wayne [ Michael Keaton ] entpuppt sich auch anders als gewohnt und vorgestellt.
Mit eigenem, wenn auch kurz gehaltenen Logo versehen, wird an der Uhr gedreht und mit der Zeit gespielt, auf Eile getrimmt, der Charakter nervös, Superman und Wonder Woman erwähnt, flott in den Start, komödiantisch auch, eine Parodie fast, das eigene Schema durchbrochen, von einer Stadt in die andere und die mit Orientierungspunkten gerast, ein Erdbeben in Gotham. Um einen Banküberfall soll es sich ursprünglich gehandelt haben, Wayne rettet 'bloß' den Rest der Welt, ein paar reale Autostunts eingeworfen. Alles Weitere ist nur mit fortgeschrittener Tricktechnik zu handhaben, Flash als "Justice League Hausmeister", mit der Nomenklatur des Genres gespielt, es genutzt und überinszeniert, darüber inszeniert, die Effekte wankelmütig, für das scharfe Auge zuweilen deutlich schlecht (die Babys), sie sind durchschaubar, viel ist unecht. Ein Domino-Effekt, der noch öfters so vorkommt, hier und woanders, ein Rückzug auf das wirkliche Treiben wie Anteile der Verfolgung auf der Straße inklusive Maschinengewehrfeuer, Explosionen und Kollisionen käme die Produktion wahrscheinlich noch teuer, selbst der Gastauftritt von Affleck und Gadot als Unterstützung rettet da nur wenig. Warten auf Godot demnach, im übertragenen Sinne, die eigentliche Geschichte, die dann durchaus auf eigenen Beinen stehen kann, zusätzlich mit der tatsächlichen Besetzung durch Keaton natürlich, dem Drehen im Kreise, der Rückkehr zu 1989 bzw. 1992, andere Zeiten, andere Regisseure, andere Methoden, andere Zuschauer, andere Erwartungen. Es wird auf den Ursprung der Geschichte zurückgegangen, eine Vorstellung der Hauptfigur, vertrauliche Informationen, ein Kampf gegen den Strom, gegen Interessen anderer Personen, eine bekannte Situation vorgestellt, nicht jedes Problem hat eine Lösung, manche Änderungen machen alles schlimmer, der Butterfly Effekt, hier anders bezeichnet, ein ethisches und moralisches und philosophisches Problem, das Spielen mit Variablen, ein Überschätzen der eigenen Kräfte und Fähigkeiten, Central City längst entfleuchtet, längst weggeflogen.
Bekanntes wird hier neu präsentiert, eine Mehrdimensionalität probiert, Dinge in Ordnung bringen oder alles zerstören, Affleck noch als einzige Stütze anfangs, zwei einsame Helden, zwei Schmerzen auf der Seele, ein unterschiedlicher Umgang damit, hier ein komödiantischer, leichterer Unterton mit probiert, Slapstick und Sketchszenen, eine absurde Kette von Ereignissen. Ein Zurück in die Gegenwart, Bilder der Vergangenheit und der nie geschehenen Ereignisse, der Versuch eines Dramas zu installieren, ein "Bitte funktioniere.", das Rad des Lebens plötzlich durchbrochen, die persönliche Wichtigkeit nach vorne gestellt, Miller spielt das durchaus wirksam, gleichzeitig seltsam bis verschroben, sich der Witz ist so, ein "Mushroom-Flashback", ein "Psycho-Trip-Scheiss", ein erwachsener junger Mann und ein Kind im Manne, es wird selbst das Anstrengende der Figur angesprochen, die Doppelrolle hilft der 'realen' Figur, sie erdet sie, macht sich gewöhnlicher; das funktioniert im ersten Drittel trotz viel Chaos durchaus im Bemühen und Bestreben. Eine Origin-Story auf die etwas andere Art und Weise, nicht bei Null, aber trotzdem beim alles auslösenden Blitzschlag begonnen, Doppel- und Mehrdeutigkeiten, für ein paar Minuten auch eine Art Kumpelfilm, ein Buddy Picture mit vielen Funken. Miller verausgabt sich dabei in seinem Auftreten, in der doppelten Funktion, ein Upper und ein Downer, das Gegenteil von Gut und Böse, dazu viele Referenzen, dargestellt mit Sinn für Ironie und dennoch mit neuen Identitäten, Zurück in die Zukunft wird hier als Gimmick mit und dann natürlich Man of Steel als Fundament für das zweite Drittel genommen; Justice League (2017) zudem zur Hilfe, aber nicht existent hier, eine Welt ohne Metawesen, außer Batman gefunden, der zweite von dreien, Kilmer außen vorgenommen; "Zeit ist nicht linear, richtig?"
Aus mehreren Perspektiven wird das betrachtet, es kommt zum Konflikt, es wird sich gestritten und entschuldigt, sich selber erklärt und die Dinge um einen herum, unvermeidliche Schnittpunkte, die sich anziehen wie Magnete, eine Theorie mit Überraschungen auf mehreren Seiten, mit gründlich vorbereiteten und gründlich vermasselten Abenteuern, dem Eindringen erst in Wayne Manor und dann einem arktischen Gefängnis der Russen, eine anders als umgesetzt angedachte Befreiungsaktion, mit einer anders als angedachte umgesetzten, umbesetzten Gefangenen, eine neue Figur, eine weitere Person. Größere Sets werden auch gezeigt, das Batcave zum Beispiel, das Anwesen von Wayne, andere Dinge dann wieder vor der Greenscreen, je nach Gusto, nach Vermögen oder Möglichkeiten, nach Unvermögen und Unmöglichkeiten. Dass Keaton hier mitwirkt, und das auf den Schmerz angesprochen wird, und dies gleich mehrfach, hilft dem Film dabei gleich in verschiedenen Positionen, es erreicht nie Burton-Verhältnisse und es ist auch nur der Ansatz der Materialschlacht von Synder, es ist der Cousin dessen, artverwandt, teilweise auch spektakulär in der Veranstaltung, gerade die Blitzeinschläge, die Trauma und die Krise, die Anpeilung und Hilfe, es geht um Verluste und Zusammenarbeit, um Unterstützung und Heilung, um unbekanntes Terrain und Hoffnung. Etwas Luftkampf und Bodenkrieg wird auch geboten, gegen einen "Weltraumriesen" und seine "Mördermätresse", viel Schall und Rauch im Hintergrund, ein Schlachtfeld in der Wüste als Abenteuerspielplatz, einige grafische Härten eingebunden, ein Kollidieren und Kollabieren, nicht für Epileptiker geeignet.