Revenant ist ein Vampir-Trashstreifen wie er im Buche steht, ein Film der sich selbst keine Sekunde ernst nimmt und gerade deshalb für kurzweilige Unterhaltung sorgt.
Die Story ist erstmal leicht bescheuert, im Los Angeles der Gegenwart leben neureiche Vampire unerkannt unter den Menschen, obwohl sie in einer Vampirdisco haufenweise Entführte verspeisen, sind sie immer noch darum besorgt nicht von den Menschen entlarvt zu werden. Die junge nicht unattraktive Vampirin Nico gibt recht wenig darauf und meuchelt fröhlich ihre Freier, was sowohl Polizei als auch den lokalen Vampirfürsten auf sie aufmerksam macht. Ihr Erschaffer Dallas versucht sie in die Reihen der Vampirgesellschaft zu reintegrieren, während gleichzeitig Dr. Van Helsing mit Knoblauch und Pflöcken bewaffnet aus Österreich anreist um die Blutsauger auszurotten.
Zugegeben, ich hatte mir von dem Film nichts versprochen und wurde dann aber positiv überrascht. Revenant verbindet gewollte und unfreiwillige Komik geschickt zu einer rasanten Horrorkomödie wie sie trashiger nicht sein könnte. Die Darsteller sind größtenteils schlecht, vor allem Casper van Dien (Dallas) gibt geradezu eine Galavorstellung seines schauspielerischen Unvermögens, Natasha Gregson Wagner (Nico) versucht nur besonders sexy auszusehen, was auch nicht immer gelingt, Kim Catrell gibt ihre Sex in the City Rolle mit spitzen Eckzähnen (und albernen Namen: Ulrike) und Udo Kier, na ja Udo Kier halt. Klasse nur Rod Steiger, der als seniler Van Helsing jederzeit für Lacher sorgen kann. Hier wären wir auch schon bei der großen Stärke des Films, den Gags allein die Szenen in denen Van Helsing mit seiner als Nachwuchsvampirjäger rekrutierten schwarzen Straßengang im original Texas Chainsaw Massacre Memorial VW-Bus durch LA gurkt sind köstlich. Die Ausstattung ist teilweise extra billig, eine der Tussie vom Grafen spielt im Hintergrund in einer Szene mit ihrem falschen Vampirgebiss rum, allein der Stuhl des Grafen sieht so unglaublich Scheiße aus, dass man nur noch darüber ablachen kann.
Action wird anfangs recht wenig geboten, aber der Film steigert sich in dieser Hinsicht bis zum blutrünstigen Metzelfinale beständig. Einen Ehrenpreis bekommt hier wieder Casper van Dien, denn wenn er mit einer Schrotflinte ballernd in bester May Payne Manier den Superzeitlupensprung von einem Wohnwagendach macht (im Hintergrund läuft Händels Sarabande, was für ne Soundtrack Idee), zeigt er, dass er neben seinem Standartblick noch einen zweiten Gesichtsausdruck besitzt, welcher an Dämlichkeit ersteren bei weitem übertrifft.
Fazit: Wenn man Trash erwartet, bekommt man mit Revenant hervorragenden Trash. Billig, einfallslos inszeniert und teilweise grottig gespielt, punktet der Film durch haufenweise skurrile Ideen, klasse Gags und einige blutige Einlagen. Zur Zerstreuung und anspruchslosen Unterhaltung bedingungslos empfehlenswert, es gibt wesentlich schlechtere Trashfilme als diesen.