Review

Folgen 1 - 3

Aufgeteilt in drei Abschnitte zeichnet der von Lesley Chilcott inszenierte Film das Leben dieses Mannes aus einem kleinen Dorf in Österreich nach. Ein durchaus bemerkenswertes Leben und ein ebensolcher Weg.
Ein positiv anzumerkendes Detail ist dabei, dass es meist Arnold Schwarzenegger selbst ist, der hier erzählt. Aus dem Off oder auch direkt im Bild kommentiert und berichtet er seine Version seiner Geschichte. Angefangen von der Kindheit und Jugend von Thal bis München spricht er über seine Familie, das Elternhaus und spart auch manch negative Episode nicht aus. Chronologisch thematisiert er die aufkeimende Leidenschaft für das Bodybuilding, welches ihn letztlich in die USA brachte und dort zu seiner Filmkarriere, auf die im zweiten Abschnitt eingegangen wird. In der dritten und letzten Folge steht seine politische Karriere im Mittelpunkt, ebenso lässt er Dinge aus seinem Privatleben Revue passieren.  

Nun gehört es zum (Lebens-)Konzept von Arnold, sich zu verkaufen. Das ist in keiner Weise despektierlich gemeint, er selbst stellt dieses Prinzip hier oft klar und zur Schau. Es war sein Weg zum Erfolg und das Ergebnis gibt ihm schließlich recht. Und wird auch im letzten Kapitel immer wieder mal emotionalisiert, ist dieses Porträt eine sehenswerte Angelegenheit. Das liegt nicht nur an dem doch faszinierenden Werdegang, der hier präsentiert wird, sondern auch einfach in seiner Person selbst. Schwarzenegger ist eine sehr charismatische Figur und es fällt ihm auf natürliche Art nicht schwer, sympathisch zu wirken. Dass er hier selbst durch diese knapp drei Stunden führt, lässt filmisch gesehen auch noch einmal mehr Nähe entstehen und die ein oder andere Anekdote war mir so auch noch nicht bekannt. Gleichsam spricht seine Präsenz aber auch für die von ihm ausgeübte Kontrolle über das Projekt.
Selbst für seine Fans ist das hier somit eine lohnenswerte Sichtung, wobei auch allerlei Weggefährten zu Wort kommen, von seiner österreichischen Heimat bis zu der filmischen Konkurrenz der 80er Jahre in Person von Sylvester Stallone.

Trotzdem wirkt das hier, bei jeweils zirka einer Stunde pro Episode, immer noch unvollständig. Was aber vermutlich daran liegt, dass am Ende das Gefühl bleibt, dass da noch mehr zu erzählen gewesen wäre. Gerade was die Filmkarriere anging, schweigt sich das Werk über allerlei Flops in späteren Jahren gänzlich aus. Und ja, Fehltritte werden beleuchtet, über manche Ereignisse tritt Reue und auch Trauer zutage, am Image kratzen lässt man sie allerdings nicht so wirklich. Kritisch hinterfragt wird hier wenig bis nichts, es bleibt bei einem filmischen Denkmal.

Dass auch knapp über drei Stunden diesem Leben nicht gerecht werden, war eigentlich fast zu erwarten. Und dennoch ist „Arnold“ ein sehenswerter Überblick, der aber auch eben nicht allzu kritisch daherkommt. Faszinierend ist sie trotzdem, diese unterm Strich doch viel zu kurze Abhandlung über Schwarzeneggers Streben, das sich durch seine Existenz zieht. Über einen sich selber antreibenden, dabei stets Getriebenen, der vieles und viele erreicht und auch verloren hat.

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