Bruce Willis und seine Freundin Amanda Peet leben in Mexiko und während sich der ehemalige Killer mehr und mehr zu einem harmlosen Hausmann entwickelt, versucht seine Freundin endlich ihre Karriere als Profi-Killerin zu starten. Zum gleichen Zeitpunkt wird der Gangsterboss, den sie ins Gefängnis brachten aus diesem entlassen und beginnt mit der Jagd auf die Menschen, die in damals in den Knast gebracht haben. Deshalb ist auch der Zahnarzt Matthew Perry bedroht, der einst mit Willis zusammenarbeitete.
Nach dem genialen ersten Teil "Keine halben Sachen" war es ja eigentlich schon im Vorhinein klar, dass der zweite Teil vermutlich nicht mithalten kann, aber wenn man sich den Film ansieht, ohne ihn die ganze Zeit mit dem ersten Teil zu vergleichen, kann man sich trotz einiger Defizite ordentlich unterhalten. Und kommen wir doch gleich mal zum ersten Defizit: der Handlung. Denn diese ist definitiv nichts als ein billiger Abklatsch des Originals. Während das Original noch durch ein paar überraschende Wendungen und ein ausgeklügeltes Ende beeindrucken konnte, schafft dieser dies bei weitem nicht. Das Hauptproblem liegt darin, dass "Keine halben Sachen 2" mit aller Macht an diese Story anknüpfen will und so die Handlung viel zu stark überkonstruiert und dabei immer unwahrscheinlichere und dämlichere Wendungen einbaut, die dem Film im Endeffekt die Fahrt nehmen. Tiefe gibt es natürlich überhaupt nicht und während die Dialoge im ersten Teil noch durch gute Wortwitze bestechen konnten, gibt es hier leider über weitere Strecken dämlichen Klamauk. Immerhin ist die Handlung damit nicht vorhersehbar, aber wirklich retten kann sie das nun auch nicht.
Wenn man beim Ansehen des Films nicht die ganze Zeit über dem ersten Teil hinterher trauert, kann man sich trotz der schwachen Story bestens unterhalten. Durch ein paar solide Gags und ein schnelles Erzähltempo ist ein ordentlicher Unterhaltungswert sicherlich gegeben. Der Film läuft sehr schnell an und langweilt deswegen auch zu keinem Zeitpunkt, wobei er natürlich auch nicht sonderlich spannend ist und nur selten richtige Lacher bietet. Hinzu kommen noch ein paar Action-Szenen und die eine oder andere überraschende Wendung, die den Film dann doch akzeptabel gestalten.
Regisseur Howard Deutch, der bisher eher durch zweitklassige Komödien wie "No Surrender" oder "Helden aus zweiter Reihe" in Erscheinung treten konnte, leistet alles in allem routinierte und solide Arbeit. Die Filmmusik ist nicht sonderlich auffällig und ist die meiste Zeit über eher im Hintergrund. Die Action-Szenen hätten zwar etwas zahlreicher sein können, erfüllen aber ihren Zweck. Die Gags dosiert er gut, auch wenn er besser einen auf einen weniger klamaukhaften Humor gesetzt hätte. Am wichtigsten ist jedoch, dass er das Erzähltempo hoch hält und den Film nicht auf der Stelle treten lässt. Leider kann er keine Atmosphäre aufbauen.
Bruce Willis kann nicht an seine hervorragende Leistung im ersten Teil anknüpfen. Im ersten Teil war er gerade lustig, weil er mit seiner knallharten und staubtrockenen Art nicht mit aller Macht versuchte lustig zu sein. Doch diesmal ist er leider auch eher ein dämlicher Grimassenschneider. Matthew Perry ist spielt mir persönlich viel zu hysterisch und kann damit ebenfalls nicht an seine Leistung im ersten Teil anknüpfen. Lediglich Amanda Peet kann an ihr Niveau beibehalten und verfällt nicht in unlustige Hysterie. Kevin Pollak verkauft sich als eine Art Pate-Verschnitt hervorragend und liefert die meisten amüsanten Momente. Alles in allem ist der Cast einigermaßen solide.
Fazit:
Natürlich bleibt "Keine halben Sachen 2" hinter dem ersten Teil zurück, ist aber dennoch eine einigermaßen solide Komödie, die über ihre volle Laufzeit ordentliche und kurzweilige Unterhaltung bietet. Mit einer soliden Umsetzung und einem mittelmäßigen Cast versinkt der Film aber letzten Endes im Mittelmaß. Als Unterhaltung für zwischendurch empfehlenswert.