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Das Leben am Meer und besonders der Tod ihrer Eltern bei einem Schiffsunglück prägte schon in früher Kindheit das Leben von Naomi (Mãdãlina Ghenea), die sich im Lauf der Jahre zu einer talentierten Seglerin und Taucherin mauserte. Das Hobby zum Beruf gemacht ist die Mittdreißigerin heute als Leiterin von Tauchkursen und Segeltörns sehr gefragt - nach einem privaten Tauchgang mit einem Verwandten erwartet sie der nächste gut betuchte Kunde bereits in Grenada. Den Weg dorthin möchte sie jedoch nicht per Flug, sondern auf ihrer Segeljacht Serenity zurücklegen, um ein paar Tage alleine das herrliche Wetter der Kleinen Antillen zu genießen - ihr Freund Jackson (Ed Westwick), dem ihr Herz noch nicht zu 100% gehört, erwartet sie dann dort.
Nach einigen Stunden ungestörten Segelns wird die Fahrt jedoch unterbrochen, als sie zwei Schiffbrüchige sieht, die sich nur mittels Ballast über Wasser halten können. Naomi nimmt sie an Bord und will die Küstenwache verständigen, doch der Mann und die Frau bitten sie, dies zu unterlassen, da sie Flüchtlinge seien und nicht in ihr Heimatland zurückgeschickt werden wollten. Der Fischtrawler, auf dem sie herkamen, sei bei einer Explosion im Maschinenraum untergegangen, und der Bruder der Frau befinde sich immer noch dort, an Bord eingeklemmt, aber in einer kleinen Luftblase, sodaß er wohl noch lebe. Naomi erklärt sich bereit, zum Boot herunterzutauchen und nimmt dabei den Mann mit, der selbst Taucher ist - sie finden und befreien den Mann auch, doch nach dem Auftauchen erwischt diesen ein Hai - die ganze Mühe war umsonst.
Nicht umsonst allerdings sind Naomis Skills als Taucherin, denn die beiden "Flüchtlinge" entpuppen sich schnell als Drogendealer, die sie mit einer Pistole dazu zwingen, erneut hinabzutauchen, um einige Päckchen Stoff aus dem Wrack zu bergen. Derweil macht sich Jackson bereits Sorgen, da er nicht wie üblich Rückmeldungen von Naomi erhält und ihre Jacht sich laut GPS nicht vom Fleck bewegt, obwohl ein Sturm aufzieht...

Der Plot des mit einem furchterregenden Hai auf dem Cover beworbenen Pseudo-Tierhorrorstreifens Deep Fear - Tauch um Dein Leben ist so dünn, daß man ihn problemlos auf der Rückseite eines Bierdeckels unterbringen könnte - doch noch viel mehr kennzeichnen hölzerne Dialoge, hundsmiserable Darsteller und nicht sonderlich das Geschehen beeinflussende Haie diese filmische Einschlafhilfe. Ganz besonders Hauptdarstellerin Mãdãlina Ghenea, ein Produkt der plastischen Chirurgie, wirkt in Punkto Gestik und Mimik mit der Umsetzung auch einfacher Handlungsabläufe bereits schwer überfordert. Dabei sollte die gesichtsoptimierte Rumänin, die ihre silikonverstärkten Rundungen erfreulicherweise stets hinter knappen Bikinis und Tauchanzügen versteckt hält, vermutlich so etwas wie Mitgefühl für ihre ach so schreckliche Lage erwecken, was ihr jedoch kolossal mißlingt. Und was für sie gilt, gilt für die anderen Mitspieler erst recht: die Drogendealer wirken nicht bedrohlich (sondern einfach nur dumm) und die Handvoll Komparsen, die da sonst noch irgendwie herumdilettieren, kann man sowieso vergessen.


Weswegen schaut man sich - mit ohnehin stark heruntergeschraubter Erwartungshaltung - Filme wie Deep Fear - Tauch um Dein Leben dann eigentlich an? Natürlich wegen des von Cover und reißerischen Begleittexten versprochenen Tierhorrors. Doch auch hier gibt es nichts wirklich Spannendes zu entdecken: zu Beginn taucht ein Streichelhai auf, gefährlichere Exemplare (eigentlich nur eines) lassen sich erst beim ersten Tauchgang blicken, insgesamt sind es aber ohnehin maximal 2 Haie. Deren Animation wechselt zwischen passabel und peinlich, letzteres vor allem, wenn sie wie Delphine aus dem Wasser hüpfen, um den bösen Mann zu verfrühstücken. Die böse Frau dagegen bleibt unbehelligt (wieso?), obwohl sie schön im Wasser treibt, Naomi, die sich am Bug festhält, hat eh nichts zu befürchten. Immerhin gelang ihr zuvor das Kunststück(?), den sie ins Schiffswrack verfolgenden Hai durch Schließen der Decksluken einzusperren, während sie durch ein Loch im Boden entkam, und als der Hai die Decksluken dann von innen wieder aufstieß (ja wirklich!), war sie schon wieder an der Oberfläche...


Was rettet den von Regisseur Marcus Adams verbrochenen Schnarcher Deep Fear - Tauch um Dein Leben (dessen Inhalt weder mit tiefsitzenden Ängsten noch mit lebensrettendem Tauchen, sondern viel eher mit "Hüpf gar nicht erst ins Wasser, dann passiert nämlich auch nichts" zu tun hat) dann vor dem Totalabsturz? Hier sind - als einziges Positivum des ganzen Films - die Unterwasseraufnahmen des Wracktauchgangs anzuführen, die zumindest stringent abgefilmt sind und ansatzweise auch einem nachvollziehbaren Schema folgen, gleichwohl das Wrack schon sichtlich länger dort unten liegt als die vom Plot angegebenen paar Stunden und man auch nicht auf zwei alberne Jump-Scares mit Wasserleichen (im Stile einer Geisterbahn) verzichten wollte.


Fazit: ein paar schöne Panorama-Ansichten des rund um Malta gedrehten Geschehens, eine zu Tode gebotoxte Schönheit(?), die vom Segeln schon keine, vom Schauspielern aber noch viel weniger Ahnung hat sowie ein sterbenslangweiliger, gefühlt schon tausendmal gesehener und dabei jedesmal besser inszenierter Plot um bewaffnete "Seeräuber" reichen einfach nicht aus, um die 86 Minuten Filmlaufzeit auch nur als durchschnittlich zu bewerten. Von der nervigen, dramaturgisch oft überhaupt nicht zum Geschehen passenden Mucke, dem überflüssigen Voice-Over sowie den allgemein platten Dialoge reden wir da noch gar nicht - Deep Fear - Tauch um Dein Leben bewegt sich nahe an der Kategorie Zeitverschwendung. 2 Punkte.

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