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Veronica ist eine Dämonin aus der Hölle und sehnt sich - ganz untypisch für ihresgleichen - nach dem Leben auf der Oberwelt. So flieht sie eines Tages vor ihrem herrischen Vater durch einen Gully in irgendein US-Kaff (unschwer auszumachen als schlecht getarnte, osteuropäische Location)... wo sie auch prompt von einem Auto angefahren wird. Als sie im Krankenhaus wieder zu sich kommt, verguckt sich der Arzt Max Barris in die hübsche Frau und quartiert sie nach ihrer Genesung in seiner Wohnung ein... natürlich ohne zu wissen, wen er sich da eigentlich in die eigenen vier Wände geholt hat. So gänzlich kann Veronica ihre Herkunft nämlich nicht verleugnen und so startet sie bald schon einen nächtlichen Rachefeldzug gegen Vergewaltiger und anderes Gesocks, dem sie gnadenlos den Garaus macht. Die brutale Mordserie ruft natürlich schon bald die Polizei auf den Plan... Gemeinhin wird "Tochter des Satans - Dark Angel" als einer der besseren Genre-Beiträge von Charles Bands Full Moon-Klitsche und gar als kleiner 90s-Geheimtipp aus dem B-Bereich gehandelt... und ich frage mich auch 30 Jahre später immer noch warum, bitteschön?!? Liegt es etwa daran, dass die Hauptdarstellerin Angela Featherstone wirklich 'ne Hübsche ist und in der Titelrolle als Teufels-Tochter auch mal blank zieht? Das muss es sein, denn irgendwelche anderen Meriten sind hier beim besten Willen nicht auszumachen. Lohnschreiberling Matthew Bright hat sich da für sein Skript nämlich eine ganz schon wirre Plotte einfallen lassen, die dann auch noch wie üblich an irgendwelchen rumänischen Sets auf die Schnelle runtergekurbelt wurde und aus der innerhalb eines typisch halbseidenen Band'schen Produktions-Rahmens leider nur eine billige und verquaste Mischung aus Liebesdrama, Okkult-Horror und Splatter-Streifen geworden ist. Zu Beginn könnte einen da allenfalls noch die kuriose Darstellung der Hölle interessieren, wenn Charakter-Kopf Nicholas Worth in der Rolle von Veronicas Vater dem Publikum aufzeigt, dass auch das Bestrafen von Sündern in der Unterwelt nur ein 9-to-5-Job wie jeder andere auch ist. Im Anschluss verkommt das Ganze dann aber doch recht flott zum verkorksten Zwitter aus Date-Movie und Horror-Streifen, bei dem es auch nichts nützt, dass die Chose ausnahmsweise mal von einer Frau inszeniert wurde, denn Linda Hassanis Arbeitsweise unterscheidet sich doch keinen Deut von der ihrer männlichen Kollegen... womit dann auch klar wäre, dass bei Full Moon alle Regisseure mit demselben Wasser kochen (müssen). Feminines Einfühlungsvermögen und Sensibilitäten in Bezug auf die "andersartige" Protagonistin und die langsam aufkeimende Love-Story zwischen ihr und dem Arzt Max sucht man hier echt vergebens, jeder Schwanzträger hätte diesen Streifen wirklich genauso stumpf runtergerissen. Sobald der reine Body-Count-Part der Handlung erstmal so richtig zum Laufen gebracht wird und Veronica mit dem Abschaum der Stadt blutig kurzen Prozess macht, wird die Sache dann auch komplett unansehnlich und die Hauptfigur ist ab dem Punkt eh nur noch einer jener typischen Freaks, wie man sie schon aus hundert anderen, ebenso mies zusammengestoppelten B-Movies kennt. Ach ja, hochgradig langweilig ist das Ganze natürlich auch noch! Kurzum, man muss schon ein echt genügsamer Lurch sein, um "Tochter des Satans - Dark Angel" noch irgendeinen Reiz abzugewinnen...

3/10

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