Review
von Srics321
State of Mind(2003)
Er wird dazugehören. Ryan Gosling wird in ein paar Jahrzehnten genau diesen Status eines Schauspielers inne haben, wie es vor ihm schon James Cagney, Humphry Bogart, Marlon Brando, Robert DeNiro, Al Pacino, Dustin Hoffman oder eben auch ein George Clooney erlangt haben. Das ist so gut wie sicher. Nur, für welche Rolle wird Gosling einer dieser hellsten Sterne über dem Hollywood Schriftzug? Ob nun als fehlgeleiteter Lehrer in Half Nelson(2006), als traumatisiertes Unfallopfer in Stay(2005), als genialer Frauenschwarm in Crazy, Stupid, Love.(2011) oder vielleicht doch als schweigsamer Stuntfahrer in Nicolas Winding Refn s Drive(2011). Alles herausragende Leistungen. Vielschichtig, interessant und immer mit einer großen Sogwirkung. Und das alles ohne jemals eine Actors Acadmy besucht zu haben. Gosling ist mit der Art Talent gesgnet, bei dem man schon neidisch werden kann. Selbst als Sänger(Dead Man s Bones) bewies er 2009, in einer Schauspielzwangspause, wie man den schrägen Tom Waits auf Arcade Fire gibt...einfach wunderbar.
Nun haben wir hier State of Mind. Ein ruhiges Drama von 2003. Das war Goslings erster Schritt, weg von dem ganzen Disney Kids Club gehampel, weg von zweitklassigen Sidekick Rollen wie in Mord nach Plan oder Hercules, weg vom Total Indie Kino a la The Believer. Eine solide Leistung. Nicht mehr und nicht weniger.
Gosling spielt hier einen Sonderling(Leland), der den zurück gebliebenen Bruder seiner Freundin, scheinbar grundlos umbringt und dann ins Gefängnis wandert. Seine Familie, Feunde und das gesamte Umfeld Lelands sind geschockt. Für alle hat dieser einschneidende Vorfall verherende Auswirkungen...
Zugegeben, wenn ein Film mit grandioser Musik der Pixies beginnt, ist schon die halbe Miete rein. Dazu noch durchweg klasse Schauspieler und schon hat man das perfekte Indie Drama aus der Post 9/11 Welt. Kevin Speacy, Don Cheadle, Jena Malone, Michelle Williams und Chris Klein(besonders schmierig). Sie alle spielen ganz wunderbar, jede Szene hat ihre ganz eigenen Momente und die Inszenierung ist sehr gelungen. Aber aber aber. Gerade die Erklärungen Lelands und der Pseudo Philosophische Anstrich vieler Dialoge und Monologe bewirken eine gewisse Antipathie für die ganze Geschichte. So sensibel und unterschwellig das ganze auch präsentiert wird, so unverständlich und verworren ist die Haltung zum Film nach dem Abspann.
Fazit...Matthew Ryan Hoge(Regie und Drehbuch) hat hier ein liebevolles, aber tieftrauriges Drama abgeliefert, das mit brillianten Schauspielern und jeder Menge bewegender Momenten aufwartet. Das große Problem ist aber...Leland ist depressiv und daher ziemlich verwirrt. Genau das spiegelt die gesamte Atmosphäre des Filmes wieder und so bleibt ein Experiment von bewegten Bildern, dass einen unter Umständen unbefriedigt zurücklässt.
Wegen der Traurigkeit...6/10