Review

iHaveCNit: Von Vätern und Müttern (2024) – Paprika Steen – Mindjazz Pictures

Deutscher Kinostart: 23.05.2024

gesehen am 28.05.2024

Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Petit – Reihe 1, Platz 5 – 20:30 Uhr

Paprika ist zwar ein Gewürz, aber im dänischen Kino vor allem mit der Schauspielerin Paprika Steen verbunden, die in vielen großen dänischen Produktionen der ganz großen dänischen Regisseure Anders Thomas Jensen, Thomas Vinterberg, Ole Bornedal und Lars von Trier zu sehen ist. Mit einer kleinen eigenen Filmographie ist sie jedoch auch dabei, eigene Filme zu inszenieren. Ihr neues Werk „Von Vätern und Müttern“ hat es sogar geschafft, einen aktuellen Kinostart zu bekommen, so dass ich mir den Film ansehen wollte und konnte, weil ein paar interessante und bekannte Namen auch Teil des Casts sind.

Die Adlerskole soll es sein. Das Elternpaar Pernille (genannt Piv) und Ulrik entscheiden sich nach bereits 3 Schulwechseln nun für diese Schule als 4. Schule ihrer Tochter Hannah. Doch nicht für ihre Tochter gilt es anzukommen, dass wird Piv und Ulrik schnell klar, als sie die erste Elternversammlung besuchen und dort mit den Herausforderungen der dortigen Dynamiken konfrontiert werden bis zur letzendlichen alljährlichen Eltern-Kind-Freizeit in einer abgelegenen Hütte auf dem Land.

„Von Vätern und Müttern“ ist eine sehr interessante und durchaus in einigen Ansätzen und Momenten sehr unterhaltsame Komödie geworden. Die Komödie spiegelt anhand der Dynamiken der gesamten Elterngruppe ähnliche Dynamiken wieder, die man auch in Klassengemeinschaften unter den Jugendlichen und Kindern wiederfinden kann – nur in einer je nach Sichtweise erwachseneren oder dann doch nicht ganz so erwachsenen Perspektive und Konflikte und Probleme innerhalb der Elterngruppe sogar noch unerwachsener und extremer ablaufen können wie bei den eigenen Kindern. Eine kritische und satirische Aufarbeitung von etwaigen Hierarchien und Machtstrukturen mag der Film vielleicht in kleinen Momenten geboten haben, ich konnte das in seiner Gänze nicht so genau feststellen, weil der Film mir in der Masse an Charakteren, Konflikten und seiner kurzen Laufzeit von 97 Minuten dahingehend zu wenig angeboten hat. So bleibt ein Teil des Potentials ungenutzt wenn es darum geht, den Film zu einer gesellschaftskritischen Satire oder einer bitterbösen, klassisch dänischen, schwarzen Komödie hin zu entwickeln und darzustellen. Da hätte mit einer wesentlich längeren und größeren Aufmachung des Films genau die fehlende Würze von Paprika dem Film noch gut getan.

„Von Vätern und Müttern“ - My First Look – 7/10 Punkte





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