Dutzendfach sind schon die fantastischen Abenteuer von "Peter Pan" verfilmt worden – klasse war Spielbergs "Hook" vom Jahre 1991, zuletzt floppte P.J. Hogans "Peter Pan" in den Kinos. Doch jetzt kommt eine höchst ungewöhnliche Variante dieser Story in die Kinos: "Wenn Träume fliegen lernen" (Originaltitel: "Finding Neverland") erzählt die wahre Entstehungsgeschichte von "Peter Pan".
Story: London 1904. Dem Theaterautor James M. Barrie (grandios: Johnny Depp) wachsen die Probleme über den Kopf. Sein letztes Stück wollte niemand sehen, in seiner Ehe kriselt es gewaltig und er hat nicht die leiseste Idee für ein neues Bühnenstück. Rettung naht indem er die junge Witwe Sylvia (Kate Winslet) und ihre vier Söhne kennen lernt. Der Flirt mit Sylvia reißt ihn aus seinem Frust, und schon sprudelt seine Kreativität wieder. Barrie lässt sich atemberaubende Geschichten einfallen, um Sylvias Kinder über den Verlust des Vaters hinwegzuhelfen. Und plötzlich hat Barrie die geniale Idee: Das Fantasiereich Nimmerland und die Figur Peter Pan entsteht – perfekt für eine große und erfolgreiche Bühnenaufführung.
Was den Film so prägt sind die zauberhaften Bilder und viel Gefühl. Regisseur Marc Forster hat nicht nur einen Kinderfilm gedreht, sondern ein herrliches Werk über das Abenteuer des Erwachsenwerdens. Mit umwerfenden Kamerafahrten und Schnitten entführt er die Zuschauer ins Reich der Fantasie: In einem Augenblick toben Barrie und Sylvias Kinder noch mit Holzschwertern durch einen Park, im nächsten Moment wird das Abenteuer real, und sie stecken auf einem Segelschiff mitten in einer heißen Piratenschlacht. Als Barrie weiter von Nimmerland erzählt, finden er und die Jungs sich in einer Westernstadt wieder.
Die schauspielerischen Leistungen in diesem fantastischen Werk sind einfach überragend. Besonders Johnny Depp ("Fluch der Karibik") als Peter Pan Schöpfer James M. Barrie liefert eine oscarreife Glanzleistung ab und wurde nicht umsonst für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert. Mal ist er der zurückhaltende Gentleman, dann explodiert er in Gegenwart der Jungs vor Witz und Spielfreude – eine Aufgabe die er mit Bravour meistert. Mit dieser Leistung beweist er zum wiederholten mal, dass er zu den größten und besten Darstellern dieser Zeit angehört.
Klasse spielt auch Dustin Hoffman ("Rain Man"), der auch schon in Steven Spielbergs Peter Pan Verfilmung "Hook" mitwirkte. Er spielt den brummigen Theaterbesitzer Frohman, der Barries Peter Pan Stück aufführt. Und mit Kate Winslet ("Titanic"), die die fürsorgliche Witwe Sylvia traumhaft spielt und so hinreißend wie schon lange nicht mehr ist, bildet Johnny Depp eines der zartesten Traumpaare der Filmgeschichte.
Fazit: Eine bewegende und herzzerreißende Story, prachtvolle Bilder und tolle Darsteller – Regisseur Marc Forster ("Monster's Ball") gelang mit "Wenn Träume fliegen lernen" ein mitreißendes und wunderschönes Kino-Märchen!