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Wow, ein beeindruckender Film.
Das möchte man ja zunächst nicht wahr haben: Jim Carey als ruhiger, schüchterner Kerl (Joel)? Kate Winslet dagegen, die Diva, als Punk (Clementine)? Und die dann auch noch als Paar? Wie soll denn das funktionieren? Es funktioniert!
Noch weitere große Namen haben sich für diesen Film überzeugen lassen. Elijah Wood, Kirsten Dunst und weitere bekannte Gesichter melden sich in mehr oder weniger wichtigen Rollen zu Wort.
Das Thema, das der Streifen anschneidet, ist sicherlich nicht neu. Beziehungsenden. Doch die Herangehensweise ist neu. Man stellt sich vor, es wäre möglich, den Schmerz einer gescheiterten Beziehung einfach auslöschen zu können, einfach die Erinnerungen ausschalten zu können. Es ist in den uns hier vorgesetzten 103 Minuten möglich. Ein völlig verrückter Trip erwartet uns.
Faszinierend finde ich, dass fast jedes Genre angeschnitten ist. Komödie, Drama, Grusel, Romanze, von allem ist ein Stück dabei. Es wechselt sich wunderbar ab und spitzt sich am Ende in ein spannendes Finale zu. Man braucht ein bisschen, um zu verstehen, was es mit den zunächst scheinbar sinnlos aneinander gereihten Szenen auf sich hat, erfährt es jedoch rechtzeitig.
Zur Story: Der schüchterne Joel lernt auf einem Ausflug, dessen Antrieb man anfangs nicht erkennen kann, die durchgeknallte Clementine kennen, die den Tick hat, immer ihre Haare auffällig zu färben, das sei ein Ausdruck ihrer Persönlichkeit. Obwohl die beiden so unheimlich verschieden sind, werden sie ein Paar. Eines Tages kommt es zum Eklat, als Clementine nachts betrunken nach Hause kommt und sich von Joel anhören muss, sie sei eine Schlampe (nicht wörtlich). Sie verlässt ihn und findet eine Einrichtung, die ihre Erinnerungen an ihn auszulöschen vermag. Joel will sich für sein Verhalten entschuldigen, muss jedoch feststellen, dass Clementine sich nicht an ihn erinnern kann. Er erträgt den Schmerz nicht und will nun, dass seine Geliebte aus seinem Gehirn entfernt wird.
Während dieser komplizierte Vorgang bei ihm zu Hause abläuft, merkt er in seinem Koma, dass er seine Liebe doch nicht aufgeben will. Ein psychisches, verwirrendes Wettrennen mit der Technik beginnt.
Die Schauspieler machen ihr Ding sehr gut, vor allem hat mich Jim Carey überzeugt, dem ich eine solche Rolle nie zugetraut hätte. Kate Winslet mag ich zwar nicht, aber auch sie kann ihre Rolle gut umsetzen.
Die einzige Schwäche des Films ist, dass er ein bisschen zu lang geraten ist, was zwangsläufig zu der ein oder anderen Länge führt, die den Zuschauer langweilt.

Fazit: Ein spannender, aufreibender Film, der vielseitig und innovativ daherkommt. Manchmal ist man den Tränen nah, manchmal kann man sich ein Grinsen nicht verkneifen. Manchmal läuft es einem eiskalt den Rücken runter, manchmal möchte man sofort seinen Schatzi in den Arm nehmen. Von meiner Seite gibt’s 8 Punkte, weil der Film dennoch seine Längen hat und teilweise zu unübersichtlich wird. Euer
Don

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