Wenn Charlie Kaufman (Being John Malkovich) als Drehbuchautor fungierte, muss man sich der Tatsache bewusst sein, dass etwas ganz besonderes auf der Leinwand erscheinen wird. Etwas, das fernab jeglicher Konventionen sein Publikum zum Mit- und Nachdenken anregt, sofern es sich darauf einlässt. So auch im Falle von „Eternal Sunshine of the spotless mind“, einem der besten, gefühlvollsten Filme der vergangenen Jahre.
Es ist aus! Ende! Vorbei! Die schönen Zeiten sind vorüber, der Trennungsschmerz tritt an die Stelle, wo zuvor noch Glücksgefühle vorherrschten. Wer kennt das nicht? Das Ende einer Beziehung. Jede einzelne Erinnerung an den ehemaligen Partner schmerzt so sehr, dass man diese Erinnerungen am liebsten auslöschen würde, um dem Schmerz zu entgehen. Genau diese Gefühle sind es, die Clementine (Kate Winslet) dazu treiben, eine neue Behandlung des Wissenschaftlers Mierzwiak (Tom Wilkinson) mitzumachen, mit der die Erinnerungen an eine andere Person komplett aus dem Gedächtnis gelöscht werden. Diese andere Person ist ihr ehemaliger Freund Joel (Jim Carrey), der – als er erfährt, dass Clementine ihn löschen lässt – ebenfalls nicht mehr an Clementine denken müssen will. Doch während der Behandlung begehrt er gegen die Löschung Clementines auf als er merkt, dass ihm so einige wunderschöne Erinnerungen verloren gehen könnten…
Mit wunderschönen Szenen reich bebildert werden uns Episoden aus dem gemeinsamen Leben von Joel und Clementine gezeigt, die ein ums andere Mal die Frage aufkommen lassen, weshalb sich dieses perfekte Paar zweier unangepasster, sympathischer Menschen getrennt hat. Das alles ist erzähltechnisch und optisch über weite Strecken so unkonventiell wie wir es bereits seit „Being John Malkovich“ von Charlie Kaufman kennen. Und gerade das dürfte für den einen oder anderen Zuschauer befremdlich und anstrengend wirken, aber die Empfehlung bleibt bestehen: Lasst Euch darauf ein! Es lohnt sich in voller Gänze! Nicht nur die Botschaft, die „Vergiss mein nicht“ vermittelt, sondern auch das Schauspieler-Ensemble machen diesen Streifen zu einem der sehenswertesten der letzten Zeit! Kate Winslet und auch Jim Carrey zeigen die wohl ambitioniertesten Leistungen ihrer bisherigen Karriere und fesseln damit den Zuschauer noch mehr in der Geschichte der beiden Liebenden, die zunächst nichts mehr miteinander zu tun haben wollen.
Regisseur Michel Gondry setzt die Vorlage so um, wie es sich wohl die unergründlichen und undurchschaubaren Hirnwindungen Charlie Kaufmans erdacht haben dürften: optisch furios, akkustisch wunderbar untermalt.
Was jetzt unterm Strich über „Eternal Sunshine of the spotless mind“ zu sagen ist? Wir haben es hier mit einem wundervollen Liebesfilm zu tun, der nie auch nur einen Hauch von Kitsch verspüren lässt, visuell, akkustisch und erzählerisch auf dem fürs Genre höchsten erdenklichen Niveau agiert und die elementare Botschaft vermittelt:
Liebe ist mehr als nur ein paar Erinnerungen. Erinnerungen kann man auslöschen. Die Anziehung zu einem Menschen jedoch nicht.
Volle Punktzahl!