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Stell Dir vor, Du erhältst eine Postkarte, auf der steht, dass Dich jemand, den Du kennst, aus seinem Gedächtnis hat löschen lassen. Mit dieser Idee eines Künstlers aus Michel Gondrys Bekanntenkreis beginnt die Geschichte von ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND, typisch unpoetisch deutsch umgedichtet in VERGISS MEIN NICHT! 

Im Kern erzählt der Film von Gondry und Drehbuchautor Charlie Kaufman eine ganz wunderbare, sehr rührende Liebesgeschichte: Ein Liebespaar, dass sich nach ersten Krisen gegenseitig die Erinnerung aneinander tilgen lässt, das aber doch verzweifelt aneinander festhält. 

Gespielt werden die beiden von Jim Carrey und Kate Winslet, die beide gegen ihren Typ besetzt und charakterlich sozusagen im besten Sinne umgestülpt, wunderbar emotionale Performances geben. Auch die Nebendarsteller sind fabelhaft, darunter insbesondere das chaotische Team der Retro-SciFi-Firma Lacuna, die solch komplizierte Operationen mit verkabelten Monitoren und Datenkassetten durchführt, gespielt u. a. von Mark Ruffalo, Elijah Wood und Kirsten Dunst. Auch sprüht der Film nur so vor verrückten Ideen, wie bei einer Kooperation von Gondry & Kaufman nicht anders zu erwarten. 

Doch das ist genau das Problem: Es sind viel zu viele Einfälle, Bildperspektiven und Erzählebenen, um einen wirklichen Zugang zu diesem Werk zu bekommen. Da, wo eine emotionale Verbindung wünschenswert, ja, notwendig wäre, erzeugen erzählerische, mentale und visuelle Verfremdungen nur Distanz. So kann man ETERNAL SUNSHINE bewundern und intellektuell anerkennen, fühlen lässt er sich nicht – und das ist wirklich schade.

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