Traurige Berühmtheit erlangte der Kanadier Robert „Willy“ Pickton, nachdem er 2002 verhaftet wurde und hernach mit mutmaßlichen 49 Opfern auf seinem Konto zum schlimmsten Serienkiller des Landes wurde. Regisseur Chad Ferrin setzt mit seiner Inszenierung auf stumpfe Provokation, wirft jedoch kaum einen Blick hinter die Kulissen.
Am Rande von Vancouver betreibt Willy (Jake Busey) mit seinem Bruder (Lew Temple) eine Schweinefarm und veranstaltet zuweilen Partys auf dem großen Gelände. Noch ahnt niemand, dass er regelmäßig Prostituierte heimbringt, sie betäubt, vergewaltigt und anschließend zerstückelt, um sie an die Schweine zu verfüttern. Die drogensüchtige Wendy (Kate Patel) ist seit der ersten zufälligen Begegnung mit Willy von ihm fasziniert, doch auch sie ist komplett ahnungslos…
Wer wenig zu erzählen hat, lässt im Hintergrund die geballte Ladung an Songs laufen und die kommen hier beinahe im Minutentakt zum Einsatz. Lieder von drei, vier unterschiedlichen und eher unbekannten Komponisten bringen somit am Ende 35 Stücke unter, die selbstredend selten zu den Bildern passen. In diesem Wust geht der eigentliche Score natürlich völlig unter, wodurch die eigentlich arg nihilistische Stimmung nie konstant gehalten werden kann.
Ferrin konzentriert sich bei seiner Geschichte auf zwei parallel ablaufende Handlungsstränge. Zwar richtet sich der Fokus auf den Schlächter Willy, doch nebenbei gibt es noch Wendy, die in ihrer dysfunktionalen Familie ständig mit ihrer Stiefmutter aneinander gerät. Dass jene Erzählstränge gegen Ende zusammengeführt werden, bildet keine Überraschung.
Ansonsten gibt es eher episodenhafte Anekdoten, jedoch keinen dramaturgischen roten Faden.
Anfangs wird die Behandlung des Opfers (in diesem Fall von Bai Ling verkörpert) noch relativ graphisch ausgeschmückt, das Zerstückeln und Verfüttern mehr als nur angedeutet, was im Verlauf deutlich nachlässt. Stattdessen setzt Ferrin auf kurze Ekeleinsätze mit billig aussehenden Penisimitaten, was zur Handlung ebenso wenig beiträgt wie die Polizei zur Aufklärung, denn hiervon ist im Verlauf wenig bis gar nichts zu spüren.
Zwar punktet ab und an die düstere Atmosphäre rund um die Schweinefarm, doch ein Großteil der Dialoge mutet regelrecht hölzern und holprig an, wozu die Synchro in nicht unerheblichem Maße beiträgt. Darstellerisch vermag Busey die Rolle des Killers durchaus zu stemmen, doch das Skript gibt ihm kaum die Möglichkeit, mehrere Facetten zu präsentieren.
Ähnliches gilt für einige bekannte Gesichter wie Michael Paré, James Russo oder Ginger Lynn in nahezu verschenkten Rollen.
Letztlich liefert die mit 122 Minuten viel zu lange Auseinandersetzung mit dem Serienkiller in vorliegender Form wenig Substanz, denn sie taucht weder in die Psyche des Bösen ein und versagt als Charakterstudie, noch kommt es zu spannenden Konfrontationen, um als tauglicher Thriller durchzugehen.
Ein paar Provokationen und etwas mehr Blutvergießen reichen nicht aus, um den Umfang geballter Gräueltaten angemessen umzusetzen.
3,5 von 10