Jennifer Love Hewitt dürfte wohl nach wie vor das absolute Oberschnuckel unter den Newcomern von Hollywood sein. Angefangen in TV-Serien wie "Party of Five" hat sie sich vor allem einen Namen als moderne Scream-Queen in "Ich weiss ... 1&2" gemacht, in denen sie sich vor dem Haken eines Fischers in Acht nehmen musste. Danach gab es viel zu lachen in "Heartbreakers", in dem sie, zusammen mit Sigourney Weaver, ein Miststück spielte, das die Männer nur so um den Finger wickelte. Und nun? Nun ist sie mit "If Only" wohl auf den ganz romantischen Trip gekommen. Denn hier spielt sie die Geliebte eines Briten, die bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt und von neuem erwacht. Leider aber ist Hewitt so ziemlich das Einzige, was bei "If Only" vollkommen überzeugen kann, ansonsten gibt es hier eher ein Potpurri von Dingen, die heftigste Zahnschmerzen erzeugen können.
"If Only" ist nämlich eine Romantikkomödie der ganz harten Sorte geworden, die so derartig von Kitsch und Sülz trifft, dass es dem Zuschauer nur so weh tun muss. Und dabei ist die Story gar nicht mal so innovationslos, wenn auch leicht geklaut. Es geht um den Briten Ian, der mit seiner Freundin, der Amerikanerin Samantha, schon seit längerem im Klinsch liegt. Laut Sam beachtet er sie gar nicht und kümmert sich auch sonst noch kaum um sie. Als sich die Beiden dann am Abend trennen, steigt Sam in ein Taxi, welches aber nur wenig später in einen tödlichen Unfall verwickelt wird. Für Ian scheint alles verloren, doch schon am nächsten Tag liegt Sam wieder quicklebendig neben ihm. Ihre Liebe bekommt sozusagen eine neue Chance... Liebesschnulze trifft aufs "Murmeltier", dass könnte durchaus nette Unterhaltung bieten. Und es hätte auch durchaus dazu kommen können, wenn das Drehbuch nicht so derartig dünn und tiefenlos geschrieben wäre und sich die ganze Zeit eigentlich wirklich nur auf das Eine konzentriert: die perfekte Liebe.
Nicht das ich etwas gegen romantische Komödien hätte, doch "If Only" gibt der Liebe leider etwas zuviel Raum, um genauer zu sein, geht es eigentlich den ganzen Film nur um das Eine und das wird dann doch irgendwann langweilig. 90 Minuten lang sülzen die Figuren sich nur so voll, wie lieb sie sich doch alle haben, alles ist perfekt, alles ist so fernab aller Realitäten, dass es fast schon weh tut. Vor allem die letzte halbe Stunde drückt derartig auf die Kitschtube, das der ganze Bildschirm nur so trifft von Liebe, Romantik und Leidenschaft, die aber so süffig und unausstehbar daher kommt, dass man daran nur wenig Freude finden kann.
Und etwas anderes als Kitsch wird leider zu keinem Zeitpunkt geboten. Warum Samantha z. Bsp. plötzlich wieder neben ihrem geliebten Ian liegt, obwohl sie doch erst vor wenigen Stunden gestorben ist, wird leider zu keinem Zeitpunkt erklärt. War es nur eine Vision von Ian oder hat ihn die Zeit wirklich zurück transportiert? Keiner weiß das. Aber wenn interessiert das auch, wenn das Glück und die Harmonie zwischen den Charakteren doch soviel Platz in der Geschichte einnimmt? Mich schon! Genauso wie einige gut getimte Jokes oder eine nette Idee hier und da mehr, denn das Potenzial wäre ja eigentlich vorhanden gewesen!
Nun, dass bei einem so schmalzigen und voll auf Liebe getrimmten Inhalt natürlich auch die Inszenierung keine Ausnahme macht, ist da nur verständlich. Romantische Kulissen, schmalzige Liebesschnulzen und die Kamera immer voll und ganz auf die Liebenden gerichtet. Wer nun hofft, dass es wenigstens ein wenig nacktes Fleisch zu erblicken gibt, der wird ebenfalls enttäuscht, denn es gibt in dem ganze Film nur eine einzige Sexszene und diese wird auch nur kurz angedeutet. Somit bleibt der ganze Streifen wirklich klinisch reinste Liebesunterhaltung, für die ganze Familie.
Der rettende Stern am Kitsch verhangenen Filmhimmel ist da nur Jennifer Love Hewitt, die auch heute noch eine perfekte Figur in jeder Hinsicht macht. Nicht nur das sie nach wie vor unglaublich sexy ist und damit wirklich der Trauminhalt eines jeden Mannes zwischen 10 - 30 Jahren darstellt, sie kann auch noch wirklich gut schauspielern und hat zudem ein unglaubliches Gesangstalent, das sie hier ab und an unter Beweis stellen darf. Ja, die gute Jenny ist nach wie vor eine der absoluten Traumfrauen Hollywoods, zumindest was die Newcomer-Generation angeht. Dagegen kann Paul Nicholls vielleicht die Träume der weiblichen Kino-Fraktion befriedigen, wirklich schauspielern kann er aber nicht und verblasst gegen Hewitt nicht nur in punkto Aussehen. Aber nun gut, vielleicht bin ich da von der guten Jenny auch nur ein wenig verblendet. *seufz*;)
Fazit: Unglaublich kitschige und mit Liebegedussel nur so voll gedröhnte Romantik-Tragikomödie, die durch ihre unglaublich seichte Story, sowie dem wirklich Zahnschmerzen bereitenden Filminhalt, maximal beim frisch verliebten Publikum gut ankommen dürfte, die nach diesem Film sicher einen kuscheligen Abend verbringen dürften. Alle anderen werden aber wohl eher den nächsten Zahnarzt aufsuchen oder von der ganzen Friede, Freude, Eierkuchen-Huddelei Brechreize kriegen, so derartig sülzig und kitschig ist das ganze Treiben hier geraten. Da kann auch das fehlende Happy End nicht viel retten. Nur eine traumhafte Jennifer Love Hewitt, sowie die eigentlich recht nette Grundidee des Films, machen das Ganze wenigstens noch ein bisschen erträglich. Ansonsten aber wirklich nur ein Film für all jene, die gerade frisch verliebt im 7. Himmel schweben und somit von der ganzen Gefühlsdusselei nicht genug bekommen können. Denn etwas anderes als Liebe, Gefühle und Leidenschaft hat "If Only" wirklich nicht zu bieten. Und das ist dann im Endeffekt eben doch etwas zu wenig! Schade!
Wertung: 4/10 Punkte