... Tosia (Alin Szewczyk) nach vielen Monaten der Unzufriedenheit schließlich feststellen muss, da helfen auch die jahrelangen Therapiesitzungen nicht mehr und das stete Stehlen von Antidepressiva aus den Vorräten ihres bemühten, alleinerziehenden Vaters.
Notgedrungen flieht Tosia, wann immer sie Stress hat, in das Schreiben von "Fanfiction", in der sie häufig über ihre Mitschüler fabuliert, die in untypischen Rollen auftreten.
Erste Veränderungen treten ein, als ein neuer Mitschüler in ihre Kurse kommt: Leon (Jan Cieciara) ist ruhig, scheinbar selbstsicher und hat einen Humor, der zu ihrer Aufgewühltheit passt. Nachdem sie sich angefreundet haben, muss sie eines Tages auf seine Kleidung zurückgreifen, weil ihre durchnässt ist - und erlebt eine Offenbarung. In Leons Sachen fühlt sich Tosia plötzlich anders, besser, selbstsicherer, mehr bei sich. Allmählich dämmert ihr, dass ihre Wut ein Ausdruck dafür war, im falschen Körper zu leben und sie sich eigentlich mehr als Junge fühlt.
Intuitiv beginnt sie einen Umbau ihrer selbst: sie tapt sich die weiblichen Rundungen weg, schneidet sich die Haare kurz und trägt von nun an Jungsklamotten und wählt für sich den Namen Tosiek.
Während bei ihren Mitschülern und Lehrern dafür Verständnis herrscht, auch wenn es einige Grobiane gibt, hat ihr Vater enorme Probleme, die Wandlung und das Problem überhaupt zu erfassen, weil er die Schuld bei sich sucht. Das setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, bei denen nicht nur ihre Freunde, sondern auch ihre Gegner einen Umdenkprozess für sich und ihre Umwelt starten müssen - so auch Tosiek, denn Leon ist eigentlich schwul und hatte als schon einmal Verfolgter eigentlich eine Alibifreundin gesucht. Aber muss das in dieser Situation überhaupt noch eine Rolle spielen?