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Frances McDormand spielt die Frau eines Barbesitzers, den sie mit einem Angestellten betrügt. Nachdem ihn schließlich ein Privatdetektiv in Kenntnis setzt, heuert dieser einen Killer an, der die beiden töten soll, ahnt jedoch nicht, dass das scheinbar simple Verbrechen gewaltig schief läuft und er schließlich selbst zum Opfer wird, während seine Frau und ihr Liebhaber tatsächlich in das Fadenkreuz eines abgebrühten Killers rücken.

Spätestens seit "Fargo - Blutiger Schnee", "The Big Lebowski" und "Oh Brother, where Art Thou?" haben die Coen-Brüder den Kultstatus erreicht, bevor sie schließlich für "No Country for Old Man" gleich drei Oscars in Empfang nehmen konnten und auch die spätere Oscar-Preisträgerin Frances McDormand gibt hier ihr Leinwanddebüt. So sollte "Blood Simple", der immerhin drei bekannten Personen im Filmgeschäft einen großen Karriereschub bescherte doch eigentlich ein sehenswerter Film, ein echter Geheimtipp sein, doch das ist er nicht und nur weil es sich um den ersten Film der Coens handelt, sollte man mit dem Film nicht besser ins Gericht gehen.

Zunächst einmal ist Humor bekanntlich Geschmackssache und ich konnte über den schwarzen, teilweise makaberen Humor der Coens kein einziges mal lachen, nicht einmal schmunzeln und dies war zugegebenermaßen sehr enttäuschend, da sie mit "The Big Lebowski" zeigten, dass ihnen auch wirklich lustige Filme gelingen. Zudem ist das Erzähltempo unheimlich langsam, über weite Strecken passiert nichts nennenswertes, teilweise wird gar nicht gesprochen und vor allem am Ende folgt Leerlauf auf Leerlauf. Da der Film so leider kaum Spannung aufbauen kann ist die letzte halbe Stunde leider nahezu einschläfernd.

Da die Filmmusik unheimlich spärlich dosiert ist und weil das Tempo einfach viel zu langsam ist, können Joel und Ethan Coen leider keine gespannte Atmosphäre aufbauen und können so kaum fesseln. Die düstere und bedrohlich wirkende Kulisse setzten sie dabei ganz gut in Szene, aber alles in allem kann man ihr Hommage an das Film noir kaum als gelungen bezeichnen. Die beiden versuchen zudem ihr Low-Budget-Filmchen mit übertriebener Gewalt und Brutalität ein bisschen aufzupeppen, aber auch dies gelingt nur teilweise und so ist nach einem soliden Start leider nur noch gepflegte Langeweile drin.

Bei der Story erkennt man schon hier die typische Handschrift der Coens: Skurrile Charaktere, die dennoch Tiefe besitzen und eine ziemlich abstruse und chaotische Handlung, die leider noch nicht so ausgegoren, wie bei späteren Coen-Filmen ist und teilweise harkt. Es gibt leider zu wenige Wendungen, sodass der Film die Laufzeit kaum füllen kann, das Problem dabei ist das daraus resultierende, bereits erwähnte langsame Tempo, an dem der Film hauptsächlich krankt.

Darstellerisch gibt es kaum Glanzleistungen, aber auch keine Totalausfälle zu sehen. Frances McDormand spielt schon hier, bei ihrem Leinwanddebüt einen skurrilen, aber überaus liebenswerten und sympathischen Charakter und bringt unter der Regie ihres Gatten Joel Coen und dessen Bruder Ethan bereits bei ihrem Debüt eine rundum solide Leistung. Mit "Fargo" und fünf weiteren Zusammenarbeiten blieb das Arbeitsverhältnis zwischen McDormand und den Coen-Brüdern auch weiterhin sehr erfolgreich. Der übrige Cast ist gespickt mit soliden, aber kaum mit bekannten Darstellern, wobei vor allem Michael Emmet Walsh als Killer eine bestechende Leistung auf die Leinwand bringt.

Fazit:
Die Story ist mittelmäßig, aber schon bei ihrem Debüt mit absoluter Sicherheit der Stilistik der Coens zuzuordnen und der Cast ist durchaus solide, wobei vor allem Frances McDormand und Michael Emmet Walsh überzeugen. Im Endeffekt krankt "Blood Simple" aber dennoch an seinem langatmigen Erzähltempo, der blassen Atmosphäre und dem makaberen, sowie unlustigen Humor und draus resultierend an einem viel zu schwachen Spannungsbogen. Für Fans der Coen-Brüder sicherlich zu empfehlen, für alle anderen bietet "Blood Simple" aber nicht mehr als gepflegte Langweile.

29%

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