Ain't Afraid of No Theme Park Attractions
Basierend auf den legendären Spukhaus-Attraktionen in Disney Freizeitparks weltweit, lädt „Haunted Mansion“ zu einer geisterreichen und starbesetzten Säuberung eines alten Herrenhauses in New Orleans - in bunt, humorvoll und familienfreundlich… Als ob man „Poltergeist“ auf eine Süßigkeitenfabrik statt einem Indianerfriedhof gebaut hätte.
Maushaus mit Spinnweben drauf
Besser als die „Geistervilla“ aus den frühen 00ern mit Eddie Murphy ist dieser neue Aufguss sicher. Aber diese Hürde ist jetzt auch nicht gerade rekordverdächtig. Unter heutigen und normalen Maßstäben ist auch „Haunted Mansion“ (2023) nicht gerade ein Hochgenuss. Die Stardichte ist beachtlich, die Kostüme und Sets sind Eyecandy, die Kosten waren sichtbar nicht gering und viele Effekte sehen sehr gut aus. Gerade in 4K Dolby Vision reichen einige Tricksequenzen mit ihren Spitzenlichtern, Strahlen und Explosionen an Referenzmaterial. Da freut sich jeder OLED-Fernseher. Doch hinter diesen feinen Lumineszenzen und Schauwerten steckt leider nicht mehr viel. Im schlimmsten Fall sogar nur eine aufwändige, zu sicher runtergespielte, zweistündige Werbesendung für die Attraktion im Disneyland oder die Firma allgemein. Das hat mit dem ersten „Fluch der Karibik“ einmal perfekt geklappt, mit einem starken Abenteuerfilm obendrauf. Doch seitdem hinkt Disney diesem Idealergebnis heftig hinterher. „Haunted Mansion“ ist da eher die Regel als Ausnahme. Das hat mich weder in Sachen Grusel noch Humor abgeholt. Die Figuren wirken gewollt quirky und trotzdem/gerade deswegen klischeehaft. Überall wird hier mit angezogener, familienfreundlicher und äußerst milder Handbremse gefahren. Die Geschichte ist Standardware. New Orleans ist immer ein netter Hintergrund. Aber da gucke ich dann doch lieber nochmal „Küss den Frosch“, „Angel Heart“ oder „Cat People“. „Haunted Mansion“ (2023) sieht schnieke aus, ist aber in den viel wichtigeren Kategorien erschreckend langweilig und leer. Ein Komiteefilm, wie er im Buche der Geschäftsleitung steht. Und (zum Glück?) ein kolossaler Flop an den Kinokassen, der wenig verwundernd keine Zielgruppe gefunden hat, viel zu teuer war, viel zu lange läuft und einen eigentlich nur kalt lassen kann.
Fazit: hochwertige, aber hohle Halloweenkalorien für junge Horrorfans und die ganze Familie - aber im Grunde lediglich Werbung für den Freizeitpark und seine spooky Attraktion. Für mich kaum vollwertiger Film. Dennoch sieht das Ganze einfach zu gut aus, um hier direkt abzuschalten, einzuschlafen oder den Daumen komplett runter zu zeigen. Gut geht dennoch ganz anders.