Zwei Dinge konnte Autor und Regisseur Neil LaBute bereits 2008 unter Beweis stellen: Er kann Thriller spannend in Szene setzten und er weiß einen Hauptdarsteller wie Samuel L. Jackson angemessen ins rechte Licht zu rücken, was „Lakeview Terrace“ deutlich unter Beweis stellte. Mit seinem Home-Invasion-Thriller bleibt er hingegen deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück und lässt eine Maggie Q. nur auf Sparflamme agieren.
Es sollte ein Junggesellinnenabschied werden, den die ungleichen Schwestern Tess (Maggie Q.) und Beth (Kat Foster) auf der abgelegenen Farm ihrer Eltern organisierten. Doch aus den anfänglichen Feierlichkeiten wird ein tödliches Spiel, als eine Gruppe vermummter Rednecks aufkreuzt und zielgerichtet Pfeil und Bogen einsetzt…
Die Präsenz einer Maggie Q. konnte sich LaBute zwar zu eigen machen, nur leider ist ihre Figur lange Zeit unsympathisch angelegt, da sie sich während der Feier als stoische Spaßbremse entpuppt und damit im totalen Kontrast zu den Gackerhühnern steht, die ebenfalls wenig Sympathie einheimsen oder als namenloses Kanonenfutter dienen.
Der dauerhafte Konflikt der Schwestern bringt wenig Tiefe mit sich und so fällt das Vorspiel von rund 30 Minuten bereits deutlich zu lang aus.
Mit dem Belagerungszustand und den ersten drei Opfern binnen weniger Minuten kommt zwar kurzfristig ein wenig Spannung auf, doch dem folgt kaum eine logische Strategie, - weder auf Seiten der Eindringlinge, noch auf jener der vermeintlichen Opfer. Denn natürlich ist die tough erscheinende Tess Irak-Veteranin, die sich mit jedem anlegt, doch in der entscheidenden Phase erscheint ihre Taktik nicht sonderlich logisch. Doch auch auf Seiten der Fieslinge ist nichts Markantes auszumachen, außer dass die untypischerweise auf Feuerwaffen verzichten und stattdessen Pfeile einsetzen.
Was folgt, ist ein handzahmes Katz- und Mausspiel ohne Höhepunkte, denn trotz kurzer Konfrontationen und einiger blutiger Einlagen wie Pfeiltreffer oder Kehlenschnitt will sich kein rechts Mitfiebern einstellen. Man könnte auch sagen: Die Bösen sind zu planlos und nicht garstig genug, die Guten warten zu lange auf ihre Chance. Entsprechend dümpelt die Chose überraschungsfrei vor sich hin und gipfelt in einem Finale, welches komplett unspektakulär abgewickelt wird. Der darauf folgende Epilog wirft eher weitere Fragen auf, da er einige widersprüchliche Abläufe impliziert.
Zwar lässt sich handwerklich wenig aussetzen und der Cast performt insgesamt akzeptabel, doch die Geschichte wirkt reichlich uninspiriert und überrascht zu keiner Zeit, wonach der Streifen innerhalb des Subgenres zu den schwächeren Vertretern zählt und rasch nach Sichtung in Vergessenheit geraten dürfte.
4,5 von 10